Länder fordern föderale Struktur für ÖGB

22. Juni 2006, 16:30
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Wollen im "ÖGB neu" stärker vertreten sein - Treffen der Landesvorsitzenden mit Präsident Hundstorfer

Salzburg - In der internen Diskussion "zur Zukunft der Gewerkschaft in Österreich" haben sich am Mittwoch die Spitzen der ÖGB-Landesorganisationen deutlich zu Wort gemeldet: Vertreter der Länder seien "ohne Wenn und Aber mit Sitz und Stimme in die aktuelle wirtschaftliche und organisatorische Reform" einzubeziehen und Ländervertreter "sind mit Sitz und Stimme in die zukünftigen ÖGB-Leitungsgremien aufzunehmen", lauten die zwei zentralen, in einer gemeinsamen Erklärung verabschiedeten Forderungen der Landesorganisationen.

Die ÖGB-Landesgruppen hatten im Zuge des Bawag-Skandals wiederholt mangelnde Information und Einbindung kritisiert. "Insbesondere die zentralistische Struktur der Gewerkschaftsbewegung ist hoffnungslos veraltert", wird in der "Salzburger Erklärung" festgehalten. Die Bundesländer hingegen verfügten über direkte Kontakte zu Betriebsräten und Funktionären. Der ÖGB solle jedoch weiterhin über "zentrale Unternehmenselemente" wie etwa die Mitgliederverwaltung, die Finanz- und Personalhoheit verfügen.

ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, der an dem Treffen der Ländervertreter teilgenommen hatte, will die Anliegen der Landesorganisationen unterstützen. Es werde sichergestellt, dass die Länder "in allen Ebenen" einbezogen werden. Für die zentrale Projektgruppe wurden die Gewerkschaftschefin des Burgenlands Sylvia Gartner und der Salzburger AK-Präsident Siegfried Pichler nominiert. Hundstorfer sprach sich auch für eine permanente Vertretung der Landesorganisationen im ÖGB-Präsidium aus. Derzeit haben die Länder dort keine Vertretung. (neu/ DER STANDARD, Printausgabe, 8.6.2006)

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