Ein "Architektur.Fest.Europa" in Wien

7. Juni 2006, 13:33
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Ausstellung von 99 jungen Architekten bis 19. Juni im Architekturzentrum

Wien - Was mit einer kleinen Ausstellung in St. Veit an der Glan im Jahr 2002 begann, hat sich mittlerweile zu einem kontinentalen Netzwerk junger Architektur entwickelt. Die vor zwei Jahren etablierte europäische Wanderausstellung "Wonderland. Junge Architektur aus Europa" macht nun von 8. bis 19. Juni im Architekturzentrum Wien (Az W) Station. Das Besondere: In jedem der bisherigen Gastländer wurde die Schau um elf junge Architekten-Teams erweitert. So sind es nunmehr 99 Teams aus ganz Europa, die ihre Arbeiten auf diskursive Art und Weise den Besuchern näher bringen.

Autonome Kompilation

"Wir haben ohne Kurator gearbeitet, jedes Land war autonom", so Beatrix Roidinger, Sprecherin von "Wonderland". Es gab lediglich Kontakt zu jeweils drei "Vertrauens-Teams", die alle weiteren Kollegen einluden. So ist die Ausstellung kontinuierlich gewachsen, aus den vielen heterogenen Beiträgen fügt sich in Wien nun eine umfangreiche Schau zusammen, die auch mit Neuerungen aufwarten kann: Nach der Reise durch acht europäische Städte - darunter Amsterdam, Paris, Venedig und Prag - zeigt sich "Wonderland" im Az W in neuem Design. Während die Arbeiten bisher auf 440 quadratischen Tafeln namens "Pixel" präsentiert wurden, dienen jetzt beleuchtete Stehlampen als Informationsträger. Auch die gewohnten Workshops, die die Ausstellung in allen Ländern begleitet haben, werden durch "power lectures" aller beteiligten Teams ersetzt. Das Az W feiert das intensive Programm am 8. Juni (ab 19 Uhr) mit dem "Architektur.Fest.Europa".

Gezeigt werden Pläne, Skizzen und Fotos von realisierten sowie in Planung befindlichen Projekten, der Besucher wandert durch die eng gestellten Lampenschirme. Initiatoren des Großprojektes sind elf junge Architektenteams, darunter "morgenbau", "nan architects & landscapes" oder "transparadiso". Nach Ende der Ausstellung in Wien kehren die Architekten nach Kärnten zurück, um das gewachsene Projekt noch einmal in St. Veit an der Glan zu zeigen.

Nachhaltigkeit in Arbeit

An der Nachhaltigkeit wird schon jetzt gearbeitet. Um die Initiative auch über den Projektzeitraum hinaus fortzusetzen, wurde das "Wonderland"-Magazin entwickelt, dessen erste Ausgabe bereits in ganz Europa erhältlich ist. Die in Kooperation mit dem Magazin "A10" entstandene Publikation reflektiert die Bedingungen, unter denen junge Architektur heute in Europa entsteht, außerdem wird das neue Selbstverständnis der jüngeren Generation beleuchtet.

Rund um das "Architektur.Fest. Europa" und die Architekturtage 2006 sollten 99 "power lectures" stattfinden, tatsächlich werden etwa 60 Jungarchitekten Referate zu gebündelten Themen halten. "Unsere zentrale Aufgabe war es nicht, einfach eine Ausstellung zu machen. In den Gesprächen wollen wir herausfinden, wie man ein Netzwerk gemeinsam erarbeiten kann", so Roidinger. Bis zum 19. Juni sind die multinationalen Visionen noch zu sehen. Ein fast 300 Seiten starker Katalog bietet Details zum Großprojekt. (APA)

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