Ausstellung: "Geschichte(n) vor Ort"

7. Juni 2006, 13:19
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Kunst im Zuwanderer-Grätzel - Wiener Volkertplatz fungiert bis 30. Juli als Ausstellungsraum

Wien - Kunst im öffentlichen Raum am Wiener Volkertplatz: In dem in der Leopoldstadt gelegenen Grätzel, das laut den Initiatoren durch seine "Randlage in Zentrumsnähe" gekennzeichnet ist, widmet sich die Ausstellung "Geschichte(n) vor Ort" vor allem den verschiedenen Lebenswelten der Bewohner. Denn der betreffende Stadtraum war stets ein Ankunfts- bzw. Wohnort für Zuwanderer. Zu sehen sind die Objekte bis 30. Juli.

"Dialog mit dem lokalen Alltag"

Beteiligt sind neben Protagonisten der lokalen Szene auch Künstler aus Bosnien-Herzegovina, Tschechien, Kroatien und der Slowakei. Sie wurden von den Kuratoren Michal Kolecek, Margarethe Makovec und Roland Schöny zum "Dialog mit dem lokalen Alltag" eingeladen. In enger Zusammenarbeit mit der Gebietsbetreuung Leopoldstadt und dem Grätzelmanagement Volkert- und Alliiertenviertel haben die Künstler für ihre Interventionen spezifische Orte am und um den Platz ausgewählt.

Die eingesetzten Mittel und visuellen Umsetzungsformen sind dabei vielfältig: So setzt sich etwa der in Israel geborene Künstler Michael Blum mit der Geschichte der Heinestraße auseinander. Er hat Straßenschilder übereinander postiert - mit den Namen all der bisherigen Bezeichnungen dieser Straße. Die von ihm zusätzlich gewählte Bezeichnung "Istiklal Allee" verweist auf die berühmte "Istiklal Caddesi" (Unabhängigkeitsstraße, Anm.) in Istanbul.

Sommerkino

Auch der Trend der Sommerkinos findet seinen Niederschlag: Die Wiener Künstlerin Isa Rosenberger veranstaltet ein solches im Jugendzentrum am Volkertplatz. Ausgewählt wurden die Filme, die sich um das Thema Stadt drehen, von Bewohnern des Viertels. Rosenberger hat dazu jeweils einen eigenen Vorspann produziert, in denen die Personen zu ihrer Auwahl Stellung nehmen.

Präsentiert wurde die Ausstellung am Mittwoch von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S). Die Finanzierung des Projekts erfolgt über das Ressort für Stadtentwicklung und Stadtplanung, das Ressort für Wohnen und Wohnbau und die Kulturabteilung der Stadt Wien. Eine Unterstützung gibt es auch aus dem Ziel-2-Förderbudget der EU. (APA)

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