Harvard-Forscher wollen menschliche Embryonen klonen

14. Juni 2006, 13:08
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Gentechniker sehen Chance für medizinischen Durchbruch

Boston - Gentechniker an der US-Eliteuniversität Harvard haben mit Arbeiten zum Klonen menschlicher Embryonen begonnen. Wie das Forscherteam am Dienstag in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts mitteilte, ist es das Ziel der Forschungen, aus den Klon-Embryonen Stammzellen-Linien für die Entwicklung von Therapien gegen bislang unheilbare Krankheiten zu gewinnen. Das Klonen menschlicher Embryos ist in den Vereinigten Staaten zwar heftig umstritten, im Gegensatz zu Deutschland aber nicht verboten.

Die Wissenschaftler des Stammzellenforschungsinstituts in Harvard (HSCRI) kündigten an, sie wollten aus den Klon-Embryonen maßgeschneiderte Stammzellen-Linien mit dem Potenzial zur Heilung bestimmter Krankheiten gewinnen. Sie verwiesen zugleich darauf, dass ihre Arbeiten allein aus privaten Mitteln finanziert würden. Hintergrund ist, dass gemäß einer fünf Jahre alten Verordnung von US-Präsident George W. Bush staatliche Fördermittel nur für die Forschung mit bereits bestehenden Stammzellen-Linien, nicht aber für die Entwicklung neuer Linien verwendet werden dürfen. Die Einschränkung gilt deshalb, weil für die Extraktion der Stammzellen die Embryonen getötet werden müssen, was unter ethischen Gesichtspunkten umstritten ist.

Harvard-Präsident Lawrence Summers betonte jedoch, die ethischen Bedenken würden durch die erhofften Ergebnisse überwogen. Ziel der Forschung sei es, zahllose Kinder und Erwachsene von schweren Krankheiten zu heilen. Von der Forschung mit menschlichen Stammzellen erhoffen sich Gentechniker rund um die Welt den Durchbruch im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs. (APA)

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