60.000 Jugendliche ohne Job

7. Juni 2006, 12:24
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ÖGB lädt zuständige PolitikerInnen zu Round-Table-Gespräch

Wien - "Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit ist die Bilanz erschreckend. In diesen Tagen wird oft der vermeintliche Erfolg von Ausbildungsprojekten gefeiert. Die präsentierten Zahlen sind jedoch oft eine Irreführung", erklärt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB. Im Jahr 2005 waren bereits mehr als 40.000 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos (41.568). Mehr als 18.000 (18.835) befanden sich in Maßnahmen des AMS und tauchten in der Arbeitslosenstatistik gar nicht auf.

Addiert man beide Zahlen, bedeutet das, dass im Jahr 2005 zum ersten Mal mehr als 60.000 junge Menschen direkt oder indirekt von Arbeitslosigkeit betroffen waren. "60.000 junge Menschen, die keine Chance haben, weil sie sich nicht auf dem Arbeitsmarkt platzieren können", so Leutner weiter.

"Wir unterstützen daher die Initiative der Bundesjugendvertretung, in der auch die Gewerkschaftsjugend aktiv ist, und fordern auch die zuständigen Minister Bartenstein und Gehrer auf, sich an dem Runden Tisch am 26. Juni zu beteiligen." Leutner abschließend: "Als erstes muss die Regierung alles tun, um heuer und für das nächste Jahr ein höheres und anhaltendes Wirtschaftswachstum abzusichern, was mehr Investitionen in die Infrastruktur und die Erhöhung der Nachfrage durch eine steuerliche Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen erfordert. Das sind die besten Mittel auch gegen Jugendarbeitslosigkeit."

Weitere Forderungen

  • Die Wirtschaft darf sich bei der Schaffung einer ausreichenden Anzahl von Lehrplätzen nicht ihrer Verantwortung entziehen.
  • Mehr Frauen in "typische Männerberufe" bringen: Förderung von jungen Frauen in männlich dominierten Lehrberufen und Schultypen.
  • Gebührenfreie Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung.
  • Ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen in Bereichen und Regionen mit großer Nachfrage, vor allem zur Ausbildung in Zukunftsberufen (neue Technologien, Gesundheitsberufe).
  • Die Einführung eines Berufsausbildungsfonds. Dieser Fonds soll einen Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben schaffen. (red)
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