NBA: Dallas oder Miami?

9. Juni 2006, 09:42
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Beide nehmen ersten Anlauf auf den Meister­titel - Mehr Champion­ship-Erfahrung beim Team aus Florida

Dallas/Texas (APA) - Eines steht schon vor der Finalserie fest: Die nordamerikanische Basketball-Profiliga kürt einen neuen Meister. Gelingt den Dallas Mavericks in ihrer 26. oder den Miami Heat in ihrer 18. NBA-Saison der erste Titel? Das ist die Frage, die es in der "best of seven"-Endspielserie, die in der Nacht auf Freitag (MESZ) mit Spiel eins in Texas beginnt, zu beantworten gilt. Beide Teams stehen erstmals im Finale.

Für Dallas spricht der Heimvorteil, für Miami die Erfahrung. Immerhin gehört dem Team aus Florida mit Shaquille O'Neal ein dreifacher Champion (2000-2002 mit den Los Angeles Lakers) an. Darüber hinaus stand "The Diesel" auch 1995 (mit Orlando) und 2004 (mit den Lakers) im Finale. "Ich führe Miami zur Meisterschaft", hatte der Star-Center 2004 nach seinem Wechsel zu den Heat angekündigt. Zwei Jahre später könnte er sein Versprechen einlösen.

Der Erfolg Miamis hängt aber nicht allein von "Shaq", sondern insbesondere auch von Dwyane Wade ab. Der 24-jährige Guard bildet mit dem zehn Jahre älteren O'Neal ein kongeniales Duo - wie es dieser bei seinen drei Lakers-Titeln mit Kobe Bryant getan hatte. "Es wird viel darauf ankommen, wie gut die Schlüsselspieler auf beiden Seiten verteidigt werden können", meinte Miami-Coach Pat Riley.

Schlüsselspieler bei Dallas ist Dirk Norwitzki. Das "German Wunderkind" wird am 19. Juni 28 Jahre alt und könnte sich mit einem Triumph über die Heat das wohl schönste Geburtstagsgeschenk selbst bereiten. "Wir haben sehr hart gearbeitet. Wir sind jetzt so weit gekommen, dass ich auch den Titel will", erklärte der Deutsche. Neben Nowitzki könnten Josh Howard und Jason Terry spielentscheidende Akzente setzen.

Sollte der Titel nach Florida gehen, würden sich auch Alonzo Mourning (36) und Gary Payton (wird im Juli 38), bereits 1996 mit Seattle und 2004 mit Los Angeles im Finale, einen Traum erfüllen. Beide Altstars haben in ihren langen Karrieren noch keinen Meisterschaftsring gewonnen. In den Reihen der Mavericks ist Keith Van Horn der einzige Spieler, der schon in einem Finale stand. 2002 musste er sich mit New Jersey O'Neal und den Lakers glatt 0:4 geschlagen geben.

Championship-Erfahrung bringen zwar die Coaches beider Finalisten mit, aber auch hier hat Miami mit dem erst im Dezember vom Präsidentenstuhl auf die Betreuerbank zurückgekehrten Riley eindeutig die Nase vorne. Der 61-Jährige war nicht nur 1972 als Spieler, sondern auch 1982, 1985, 1987 und 1988 als Coach, jeweils mit den Lakers, Meister. Riley geht in seine insgesamt zehnte Finalserie.

Avery Johnson könnte hingegen bereits in seinem ersten vollen Jahr als Head-Coach der Mavericks der große Wurf gelingen. Der 41-Jährige ist erst seit 19. März 2005 hauptverantwortlicher Betreuer der Texaner. Als Spieler holte er 1999 mit San Antonio die Meisterschaft. Seinen Ex-Klub, der als Titelverteidiger in die Saison gegangen war, hatten Johnsons Mavericks bereits im Semifinale der Western Conference mit 4:3 eliminiert.

Der Weg ins NBA-Finale 2006:

Dallas Mavericks:

  • 4:0 gegen Memphis Grizzlies
  • 4:3 gegen San Antonio Spurs (TV)
  • 4:2 gegen Phoenix Suns Miami Heat:
  • 4:2 gegen Chicago Bulls
  • 4:1 gegen New Jersey Nets
  • 4:2 gegen Detroit Pistons

    Reguläre Saison:

    Dallas: 60 Siege, 22 Niederlagen. Zweiter der Southwest Division und Vierter der Western Conference

    Miami: 52 Siege, 30 Niederlagen. Erster der Southeast Division, Zweiter der Eastern Conference.

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      Die Stars: O'Neal und Nowitzki.

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