Die Windows Vista Killerapplikationen

31. Juli 2006, 12:59
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Man kauft ein Betriebssystem nicht wegen des Betriebssystems, sondern wegen der Applikationen die darauf laufen

Eine der wichtigsten Fragen der Computerbranche ist derzeit "Wer soll Windows Vista kaufen?". Brauchen Unternehmen 3D-Effekte? Wollen Konsumenten verbesserte Multimediafunktionalitäten? Sind alle Neuerungen und Verbesserungen nicht schon als jetzt in anderen Betriebssystemen zu finden, oder können kostenlos in Windows XP integriert werden?

Eine Frage der Applikationen

Alle diese Fragen lassen sich auf die unterschiedlichsten Arten beantworten – auf jedes Pro wird ein Contra folgen und vice versa. Doch eines bleibt unbestritten: AnwenderInnen, egal ob Unternehmen oder Endkunden, kaufen ein Betriebssystem nicht um des Betriebssystems Willen, sondern aufgrund der Applikationen die darauf laufen. Daher muss die Frage nach der Zukunft von Windows Vista also eigentlich lauten:

Was sind die Vista Killerapplikationen?

Warum haben viele Unternehmen noch immer Windows 2000 im Einsatz? Wieso war Windows 98 bei SpielerInnen so lange beliebt? Die Antwort auf diese Fragen lautet simpel und einfach, weil ihre Applikationen beziehungsweise Spiele auf dieser Plattform einfach gelaufen sind beziehungsweise nohc heute laufen. Die Frage nach dem Sinn von Windows Vista stellt sich also im Wesentlichen nach den Möglichkeiten, die das System den EntwicklerInnen und AdministratorInnen bietet und den Chancen, die den Unternehmen und Endkunden eröffnet werden. Abgesehen davon, ist es natürlich auch eine Frage der Benutzeroberfläche, die eine entscheidende Rolle spielt.

Showcase

Zum Start der Markteinführung von Windwos Vista will Microsoft bereits mit zahlreichen Lösungen und Anwendungen, die die Möglichkeiten für die Praxis zeigen, die Kunden für das Betriebssystem gewinnen. Auf diversen Veranstaltungen sollen dann die Vorzüge zu sehen sein. Nun bleibt nur noch zu klären, wie Microsoft, nach diversen Klagsdrohungen und öffentlichen Disputen, mit seinen bislang größten unabhängigen Softwarelieferanten, Adobe und Symantec, umgehen wird und wie diese das Betriebssystem unterstützen werden.

Lösungen

Schon jetzt hat Microsoft einige Applikationen und Anwendungsgebiete aufgezeigt: neben Microsoft Max, einer Applikation zum Bildertausch, soll mit "Monaco" eine für Windows Vista und die Aero-Oberfläche optimierten Alternative zu Apples Garageband starten. Mit dieser Software können AnwenderInnen Musikstücke produzieren und schneiden.

Die Geschichte

SoftwareentwicklerInnen sind meist die ersten, die auf einen Zug aufspringen, wenn sie einen Benefit sehen – etwa durch einfachere Benutzbarkeit oder mehr Möglichkeiten. Im Jahr 1995 als Windows 95 an den Start ging, folgten die ISVs auf der Stelle und nutzen Funktionen wie die Plug and Play-Unterstützung, bessere Grafikpaletten und andere Vorteile. Windows Vista wird nach ersten Schätzungen auch neue Zielgruppen ansprechen – jene Unternehmen und Anbieter, die entweder selbst kein gutes Interface auf die Reihe bekommen oder ihren Hauptfokus auf das Internet legen. Die Letztgenannten werden ihre Websites unter Vista laufen lassen, um so von WinFX, Sicherheit, Websupport und den dahinterliegenden Kommunikationstechnologien profitieren zu können.

Die Technik

Mit WinFX, Microsofts neuem Windows Programmingmodel, das erstmals in Vista eingesetz wird, kommen Technologien, die für SoftwareentwicklerInnen von großem Interesse sein werden – etwa die Windows Presentation Foundation ("Avalon") oder Windows Communication Foundation ("Indigo"), sowie die Windows Workflow Foundation ("WinOE") oder auch InfoCard, Microsofts digitale Identitätstechnologie auf der Clientseite.

Die Marketingmaschinerie

Einen wesentlichen Vorteil den Microsoft gegenüber anderen Firmen hat, ist seine Marketingmaschinerie. Diese macht es einem manchmal wirklich leicht, zu sehen , was tatsächlich wichtig, was nützlich oder auch wirklich neu ist. Aber nichts desto trotz, tut sie ihren Job für das Unternehmen gut und wird sicherlich einigen Hype kurz vor dem Start von Vista generieren helfen. Auf der "See Vista" – Marketing-Website sind 20 Applikationen zu besichtigen, alle noch als Prototypen, die schon jetzt zeigen sollen, was mit Vista möglich sein wird. Darunter finden sich etwa, ein virtuelles Sportwagen-Testtool von Mercedes-AMG; ein Reader für seltene Bücher der British Library, eine Applikation für das Gesundheitsmonitoring von Allscripts Healthcare Solutions oder auch eine CRM-Applikation der Dollar Thrifty Automotive Group.

Die Spiele

Wie schon erwähnt, sind die SpielerInnen beziehungsweise wohl eher die Spielepublisher eine derart wichtige und finanzkräftige Zielgruppen, dass Microsoft sein kommendes Betriebssystem auch in diesem Bereich "optimieren" wird. Exklusive Vista-Spiele stehen ebenso im Raum, wie die Integration von Kindersicherungen und einer Altersfreigabe nach den Industriestandards bereits umgesetzt wurde.

"Der wahre Grund"

"Der wahre Grund eine Vista-Applikation zu machen, wäre die Ausnutzung des .NET Framework, und speziell der Windows Presentation Foundation, Windows Communication Foundation oder Windows Workflow Foundation und der neuen Suchtools", so Analyst Michael Cherry. "Aber das Problem ist, dass diese Features nicht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind, um schon jetzt einen Vorteil daraus zu ziehen. Als Entwickler will man jetzt noch keine andere Version seiner Applikation erstellen". Eine neue DevReadiness-Website von Microsoft soll den SoftwareentwicklerInnen technische Informationen liefern.(red)

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