Saban-Gruppe versilbert ProSieben-Anteil

16. Juni 2006, 13:21
posten

Fremdfinanzierung von 1,25 Milliarden Euro geplant

Die Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban versilbert ihren Mehrheitsanteil am TV-Konzern ProSiebenSat.1 über eine Fremdfinanzierung, ohne diesen zu verkaufen.

Die German Media Partners L.P., in der die Anteile der Investoren gebündelt sind, teilte am Mittwoch mit, es sei eine Fremdfinanzierung von 1,25 Milliarden Euro geplant, für die als Sicherheit die Beteiligung an ProSiebenSat.1 eingesetzt werde. "Wir sind sehr zufrieden mit der starken Ertragsentwicklung von ProSiebenSat.1 und bleiben zuversichtlich für die Entwicklung des Unternehmens unter der Führung des derzeitigen Managements", erklärte die Investorengruppe.

Die Einzelheiten der Syndizierung blieben zunächst unklar. In der Mitteilung der German Media Partners hieß es, die Transaktion solle noch im Juni abgeschlossen werden. Die Einnahmen daraus sollten auf die an der German Media Partners beteiligten Investoren verteilt werden. Die Transaktion wird von der Investmentbank JP Morgan und der Deutschen Bank als so genannte Joint Bookrunners gesteuert.

Saban investierte rund 525 Millionen Euro für die Mehrheitsbeteiligung

Die German Media Partners halten 50,5 Prozent der Anteile und 88 Prozent der Stimmrechte von ProSiebenSat.1. Die Investorengruppe um Saban war vor rund drei Jahren nach der Pleite der Kirch-Gruppe bei dem TV-Konzern eingestiegen. In mehreren Tranchen hat die Gruppe schätzungsweise 525 Millionen Euro für die Mehrheitsbeteiligung investiert.

Erst am Dienstag hatte ProSiebenSat.1 überraschend mitgeteilt, den Vorschlag für die Dividende für 2005 auf 0,82 je Stamm- und 0,84 je Vorzugsaktie zu verdoppeln. Dadurch steigt die Ausschüttung auf 181,6 Millionen Euro - fast der ganze Jahresgewinn des Unternehmens.

Anfang des Jahres war der Verkauf des ProSiebenSat.1-Konzerns an die Verlagsgruppe Axel Springer am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Bei diesem Verkauf hätte die Gruppe um Saban für ihre gesamte Beteiligung rund 2,5 Milliarden Euro erhalten. Seitdem hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, dass die Gruppe um Saban über einen Verkauf an einen anderen Interessenten verhandelt, was Saban aber dementiert hatte. (APA/Reuters)

Share if you care.