"König der Flitzer" ist unerwünscht

21. Juli 2006, 15:50
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Mark Roberts musste Reisepass abgeben: "Wer schafft es schon, 70.000 Menschen auf einen Schlag zum Lachen zu bringen?"

Dortmund - Viele potenzielle Flitzer träumen von einem Auftritt am 9. Juli, dem Tag des großen Finales bei der Fußball-WM in Berlin. Spätestens seit der Flitzer-Welle beim Confederations Cup 2005 sind Flitzer dem WM-Teams ein Dorn im Auge. Vier Fans schafften es dabei auf den Rasen.

"König der Flitzer"

Der ungekrönte "König der Flitzer" und Superstar der Szene wird dabei jedoch fehlen, denn der Brite Mark Roberts, ein gelernter Malermeister aus Liverpool, gilt für die WM-Veranstalter als "Sicherheitsrisiko" und musste daher wie polizeibekannte Hooligans seinen Reisepass abgeben. Während der WM muss sich Roberts regelmäßig bei der englischen Polizei melden.

Sechsstellige Strafsummen

Der WM-OK-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn erklärte: "Den Spaßvögeln wird mit horrenden Geldstrafen die Lust an ihrem Hobby genommen." Er sprach von sechsstelligen Strafsummen, also mindestens 100.000 Euro. Sollte sich dennoch ein Flitzer ins Stadion wagen, muss er mit harter Gegenwehr rechnen. Im Vorfeld der meisten Partien werden Extra-Kräfte vor und auf den Tribünen nach "auffälligen Personen" Ausschau halten.

Dass die Maßnahmen gegen die Flitzer drastischer wurden, stößt bei Roberts logischerweise auf Unverständnis: "Wer schafft es schon, 70.000 Menschen auf einen Schlag zum Lachen zu bringen? Wir tun niemandem etwas. Dass wir draußen gehalten werden sollen, hat nur einen Grund. Wenn wir erfolgreich sind, ist es immer auch ein Zeichen, dass die Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft waren. Und das wollen die Veranstalter natürlich nicht."

Der dreifache Familienvater startete mit seinem ungewöhnlichen Hobby 1993 auf Grund einer Wette. Mittlerweile hat er mehrere hundert "streaks" hinter sich. Unter www.thestreaker.org.uk hat er eine eigene Homepage eingerichtet. (APA)

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    Mark Roberts bei seinem Auftritt in Madrid

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