4. Juli 2006, 21:43
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Eine weitere Gratis-Tageszeitung erscheint Anfang September auf dem österreichischen Medienmarkt, konkret in Oberösterreich. Rudolf Andreas Cuturi, Herausgeber der "Oberösterreichischen Nachrichten", hat Oberösterreichs erste Gratis-Tageszeitung Dienstagabend mit einer Präsentation im Linzer Kunstmuseum Lentos offiziell aus der Taufe gehoben. "Die Neue" ist Cuturis drittes Zeitungs-Standbein neben den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) und der Gratis-Wochenzeitung "Tips". Starttermin ist der 4. September.

"Die Neue" zielt auf "Scanner"

Cuturi hat nach eigenen Angaben viel in Marktforschung und Marketing investiert. Zielgruppe sind die 18- bis 49-Jährigen. An einem Drittel von ihnen würden Tageszeitungen nahezu spurlos vorüber gehen. Viele würden sich statt dessen im Internet informieren. 40 Prozent der 18- bis 49-jährigen Tageszeitungsleser seien "Scanner", die hauptsächlich Überschriften und kurze Texte lesen würden. Auf sie zielt "Die Neue", die in "15 Minuten" über das Wesentliche informieren will. Sie soll zu den zwischen 360.000 und 485.000 OÖN-Lesern noch weitere 100.000 bringen.

Als Chefredakteur fungiert Kurt Guggenbichler

Die präsentierte Nullnummer bietet dementsprechend kurze Texte und viele Fotos in den Ressorts Ausland, Inland, Reportage, Lokales, Service und Unterhaltung, Lifestyle, Leute, Auto/Motor, sowie Sport, dazu TV-Programm, Veranstaltungstipps und natürlich Werbung. Paolo Cuturi, einer der Söhne des Herausgebers, fungiert als Geschäftsführer. Chefredakteur ist Kurt Guggenbichler. Er gehört dem Redaktionsteam der "OÖN" seit 20 Jahren an, unter anderem als Gesellschaftskolumnist. Er versteht sich als "Coach" für das "junge, engagierte Redaktionsteam", das aus einem Dutzend fixer Mitarbeitern und einer Reihe von freien Mitarbeitern besteht und so auf die Zielgruppe ausgerichtet ist: "Wir machen eine junge Zeitung, aber keine Jugendzeitung."

Startauflage von 70.000 Stück

Die Neue soll ab 4. September jeweils von Montag bis Freitag mit einer Startauflage von 70.000 Stück erscheinen, von Montag bis Donnerstag mit 24 Seiten, am Freitag mit 32. Die Verteilung soll ab jeweils 04.30 Uhr über rund 500 Entnahmestellen im Zentralraum Linz und darüber hinaus an Einpendlerbahnhöfen erfolgen, unter anderem an Haltestellen, in Großmärkten, großen Betrieben, Spitälern, Schulen und an der Universität.

Die Gratiszeitung ist laut Cuturi nur möglich, weil mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" und "Tips" Synergien bei Druck, Vertrieb, Marketing und Anzeigenverkauf genützt werden können. Er verwies zudem im Gespräch mit der APA auf Berechnungen, wonach bei Bezahl-Zeitungen die Abonnement-Einnahmen lediglich die Vertriebskosten - etwa 30 Prozent der Gesamtkosten - decken würden. Wenn es gelinge, diese zu vermeiden oder zu reduzieren - etwa durch Entnahmestellen -, sei es möglich, die Zeitung gratis abzugeben. "Die Logistik ist wichtig", so Cuturi. (APA)

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    Der Herausgeber der Oberösterreichischen Nachrichten, Rudolf Andreas Cuturi (R.) und dessen Sohn Paolo L. Cuturi (L.), Geschäftsführer der Neue Medien Verlags GesmbH.

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