Regierungschef stimmt internationaler Untersuchung zu

25. Juni 2006, 12:13
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Menschen in Osttimor erwarteten eine größere Präsenz der UNO

Sydney/Dili (APA/AFP) - Nach den blutigen Unruhen in dem südostasiatischen Staat Osttimor hat der umstrittene Regierungschef Mari Alkatiri einer internationalen Untersuchung zugestimmt. Alkatiri habe eingewilligt, dass "internationale Ermittler und Staatsanwälte" an den Ermittlungen teilnehmen sollten, sagte der UNO-Beauftragte für Osttimor, Sukehiro Hasegawa, am Mittwoch dem australischen Rundfunksender ABC nach einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten.

Einen Rücktritt, wie von den Rebellen gefordert, habe Alkatiri erneut abgelehnt, sagte Hasegawa weiter. Der UNO-Gesandte wollte am Nachmittag nach New York zurückreisen, wo er dem UNO-Sicherheitsrat voraussichtlich die Entsendung von Polizeieinheiten mit UNO-Mandat empfehlen wollte.

Die Menschen in Osttimor erwarteten eine größere Präsenz der UNO, sagte ein weiterer UNO-Gesandter in dem Land, Ian Martin, in der Hauptstadt Dili. "Jeder, mit dem ich geredet habe, glaubt an eine stärkere Rolle der UNO", sagte Martin nach Gesprächen mit Präsident Xanana Gusmao, Alkatiri und Rebellenvertretern.

Die Unruhen hatten vor zwei Monaten begonnen, als Alkatiri 600 der 1400 Soldaten des Landes entließ. Die aus dem Osten des Landes stammenden Soldaten waren aus Protest gegen ihre Benachteilung gegenüber Soldaten aus dem Westen in den Streik getreten. Derzeit sind knapp 2300 ausländische Soldaten unter Führung Australiens im früher zu Portugals Kolonialreich gehörenden und später von Indonesien annektierten Osttimor stationiert, das erst 2002 unabhängig wurde.

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