Rom will Truppenabzug Ende 2006 abschließen

9. Juni 2006, 14:04
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Außenminister D'Alema in Bagdad

Rom - Italien wird seine Truppen aus dem Irak bis Ende 2006 abziehen. Dies betonte der italienische Außenminister Massimo D'Alema, der am Mittwoch in Bagdad eingetroffen ist. "Wir werden bis Ende 2006 den Abzug abschließen", betonte D'Alema, der in Bagdad an einer Zeremonie zu Ehren des im Irak getöteten Geheimdienstagenten Nicola Calipari teilgenommen hat. In Bagdad standen Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und anderen Regierungsmitgliedern auf seinem Programm.

Nach dem Tod des italienischen Soldaten Alessandro Pibiri bei einem Anschlag im südirakischen Nassiriya am Montag ist der Druck auf Ministerpräsident Romano Prodi wegen eines sofortigen Truppenabzugs aus dem Irak gewachsen. Die altkommunistische Rifondazione, die Altkommunisten und die Grünen verlangten von Prodi, dass die 2700 Soldaten, die im Krisenland stationiert sind, sofort abgezogen werden.

In einer Ansprache vor dem Parlament am Dienstag versicherte Prodi, dass der Truppenabzug eine Priorität des Kabinetts sei. Der Abzug der Soldaten, die noch im Irak stationiert sind, sei ein gefasster Beschluss, der nun in die Tat umgesetzt werden müsse. Am Abzugsplan von Italiens Truppen aus dem Irak werde sich jedoch trotz des Todes des italienischen Soldaten nichts ändern.

Auf einen sofortigen Abzug der Soldaten drängte auch Marco Pibiri, Vater des getöteten Soldaten. "Im Irak ist das Leben eines Menschen nichts wert", sagte der Vater unter Tränen. Die Leiche seines Sohnes wird heute (Mittwoch) auf dem römischen Militärflughafen Ciampino eintreffen. Weitere vier Soldaten wurden beim Anschlag auf einen italienischen Konvoi in Nassiriya schwer verletzt. Der Fahrer des Konvois, Luca Daga, könnte ein Auge verlieren, schwebt jedoch nicht mehr in Lebensgefahr. Er sollte in den kommenden Tagen nach Italien zurückkehren.(APA)

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