Schüler besetzen vorübergehend Unesco-Quartier

7. Juni 2006, 07:26
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UNO-Vertreterin zu Unterstützung der Proteste aufgefordert - Trotz Zusagen von Präsidentin Bachelet wird weiter für Bildung gestreikt

Santiago - Die anhaltenden Schülerproteste in Chile haben am Dienstag auch die oberste UNO-Behörde für Bildung erfasst: Etwa 30 Schüler besetzten friedlich und vorübergehend mehrere Unesco-Büros in der Innenstadt von Santiago. Die Demonstranten forderten die regionale Unesco-Leiterin Ana Luiza Machado auf, die Proteste gegen die Bildungspolitik der Präsidentin Michelle Bachelet zu unterstützen. Die Schüler verlangen unter anderem mehr Investitionen des Staates in die Bildung und einen leichteren Zugang zu höheren Bildungsstufen.

Schüler wollen weiter für Bildungsreform streiken

Ungeachtet der Appelle der Regierung haben die chilenischen Oberstufenschüler eine Fortsetzung ihrer seit drei Wochen andauernden Proteste beschlossen. Nach sechsstündigen Beratungen verkündeten die Streikführer am Dienstagabend im Fernsehen diese Entscheidung. Sie bekräftigten ihre Forderung nach einer umfassenden Reform des Bildungssystems und Mitsprache bei deren Ausarbeitung.

Die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet hatte am vergangenen Donnerstag finanzielle Zusagen in Höhe von umgerechnet 150 Millionen Euro für das kommende Jahr gemacht, was die Schüler jedoch als unzureichend kritisierten. ´

In den vergangenen Tagen hatten fast eine Million Schüler landesweit für eine bessere Bildungspolitik in Chile demonstriert. Dabei kam es teilweise zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. Nach Ansicht einiger Beobachter waren es die größten Schülerproteste seit 30 Jahren.(APA/Reuters)

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