Nowotny: Viele Interessenten klopfen an

13. Juni 2006, 19:14
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Keine Angaben über Mindestverkaufpreis - Refco-Opfer dürfen Bawag-Verkauf tatsächlich "beobachten" - Es werden 100 Prozent der Bank verkauft

Wien - Mit dem nunmehrigen US-Vergleich, dem Inkrafttreten des Bundeshaftungsvertrags und Vorliegen der uneingeschränkt testierten Bilanz 2005 ist die Gewerkschaftsbank BAWAG tatsächlich auf dem Markt. Der Verkaufsprozess kann beginnen. In der Bank selbst werden, wie Generaldirektor Ewald Nowotny am Dienstag Abend bestätigte, für die Due-Diligence-Prüfungen bereits die Datenräume eingerichtet.

"Es gibt viele Interessenten, die sich beim Verkaufsberater Morgan Stanley melden", berichtete Nowotny heute. Obwohl am Finanzplatz vor allem ausländische Kandidaten hoch gehandelt werden - darunter Großbanken wie Citibank, ING oder auch deutsche Postbank - werden von der Bank- und ÖGB-Spitze keinerlei Namen genannt. Ebenso ungenannt bleibt der Mindestverkaufspreis, zu dem der ÖGB seine Tochter BAWAG veräußern "muss", um pari auszusteigen. Dem Vernehmen nach dürfte nicht wirklich viel übrig bleiben.

Ein harter Brocken in den Verhandlungen mit den Refco-Gläubigern und -Aktionären war die von ihnen verlangte Mitsprache beim BAWAG-Verkauf, zumal ihnen ja jeder dritte Euro mehr zufließen soll, der über einen Kaufpreis von 1,8 Mrd. Euro hinaus geht.

Keine direkte Mitwirkung auf Verkaufsprozess

"Es wird keine direkte Mitwirkung auf den Verkaufsprozess geben", sagte ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer,. Sehr wohl aber sei ein Monitoring vereinbart worden, das sei mit der Investmentbank, die den BAWAG-Verkauf begleitet, so akkordiert.

Hundstorfer bekräftigte heute, dass gemäß Auftrag im BAWAG-Sicherungsgesetz die Bank zu 100 Prozent verkauft werden muss.

Heute wurde bestätigt, dass die direkte BAWAG-Mutter AVB (Anteilsverwaltung) beim Eigenkapital die gesetzlichen Limits unterschreitet. Eine fertige Bilanz der AVB liegt aber noch nicht vor. Wegen dieser negativen Zahlen - die in der Finanzgruppenbilanzierung auf die BAWAG P.S.K-Gruppe durchschlagen - ist die Eigenkapitalspritze von Banken und Versicherungen über 450 Mio. Euro dringend nötig. Denn "sonst bekommt man ein Problem mit der Finanzmarktaufsicht", wie heute eingeräumt wurde. Die BAWAG selber ist nach eigenen Angaben komfortabel kapitalisiert.

Die Anteilsverwaltung muss für 2005 den Ausfall der früher geflossenen BAWAG-Dividenden verkraften und hat Mühe, ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Die Vermögenslage des ÖGB wird zur Zeit von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) erhoben. Im Fall, dass Haftungen schlagend werden, hat der ÖGB "14 Jahre lang nachzuweisen, ob wir mitzahlen können oder nicht", erklärte Hundstorfer. (APA)

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