Richterliche Einvernahme verhafteter Terrorverdächtiger

24. Oktober 2006, 13:10
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Vorwürfe: Bombenanschlag auf Parlament in Ottawa, Erstürmung des Parlaments, Geiselnahme von Politikern und Enthauptung des Premiers geplant

Toronto - In der kanadischen Stadt Brampton bei Toronto sind am Dienstag 15 mutmaßliche Terroristen richterlich vernommen worden. Medienberichten zufolge wird ihnen vorgeworfen, eine islamische Terrorgruppe gebildet und unter anderem einen Bombenanschlag auf das Parlamentsgebäude in Ottawa geplant zu haben. Sprecher der kanadischen Polizei sagten, dass die Ermittlungen noch keineswegs abgeschlossen seien. Weitere Festnahmen würden erwartet. Man habe inzwischen Verbindungen der Gruppe in die USA und in fünf andere Länder aufgedeckt.

Die Gruppe hatte sich durch Chatten im Internet verraten. Insgesamt waren am Wochenende zwölf Männer zwischen 19 und 43 Jahren sowie fünf Jugendliche unter 18 festgenommen worden. Ein Mitarbeiter des kanadischen Geheimdienstes beschrieb die Männer als Anhänger "einer von Al Kaida inspirierten gewalttätigen Ideologie", die eine Serie von Terroranschlägen im Süden der Provinz Ontario geplant hätten. Unter anderem hätten sie sich drei Tonnen Ammoniumnitrat zur Herstellung von Bomben beschafft.

"Schwer wiegende Anschuldigungen"

Einer der 17 festgenommenen kanadischen Terrorverdächtigen soll die Enthauptung von Ministerpräsident Stephen Harper geplant haben. Wie der Anwalt des Mannes am Dienstag erklärte, werde seinem Mandanten überdies die Planung einer Parlamentsstürmung, der Geiselnahme von Politikern sowie der Befreiung von moslemischen Häftlingen vorgeworfen. "Das sind sehr schwer wiegende Anschuldigungen", sagte Anwalt Gary Batasar. "Mein Mandant hat nichts darüber gesagt."

Die kanadische Polizei hatte die Verdächtigen am Wochenende festgenommen. Die zwölf jungen Männer und fünf Jugendlichen hätten Terrorakte im Süden der Provinz Ontario geplant, erklärten die Sicherheitskräfte. (APA/dpa)

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