Neues "Kulturwerk" im Braunkohlerevier

7. Juni 2006, 20:14
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Revitalisierungsprojekt in Trimmelkam - Alternative zu "Disco und Kampftrinken" soll angeboten werden

Salzburg - "Rund 17.500 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden und 300.000 überwiegend privat finanzierte Euro"- Christoph Auer und Florian Hummer vom Kulturverein "meta.morfx" sind im Gespräch mit dem STANDARD hörbar stolz auf das Geleistete. Vor vier Jahren hatte der gerade einmal 40 Mitglieder zählende Kulturverein im 1993 aufgelassenen Oberösterreichischen Braunkohlerevier Trimmelkam (ein Ortsteil der Gemeinde St. Pantaleon) begonnen, das alte Kesselhaus der "Salzach Kohlebergbau GmbH"(Sakog) zu einem Veranstaltungs- und Kulturhaus umzubauen. 90 Tonnen Schutt haben die jungen Leute inzwischen entsorgt, Ziegel für zwei Einfamilienhäuser wurden verbaut.

Seit 2006 gibt es für die über 900 Quadratmeter große Nutzfläche im "Kulturwerk Sakog"direkt an der Endstation des Salzburger Lokalbahn auch die behördlichen Genehmigungen. Und ebenfalls heuer soll auch der Durchbruch bei den Förderverhandlungen mit dem Land Oberösterreich gelingen. Auer und Hummer sind jedenfalls optimistisch, dass die Landesregierung "das Revitalisierungsprojekt"im äußersten Südwesten Oberösterreichs unterstützt und jährlich an die 250.000 Euro locker macht. Kommt man rasch zu einer Fördervereinbarung könnten die notwendigen Adaptionen des Gebäudes - von einem barrierefreien Zugang bis zur Licht- und Tontechnik - noch heuer abgeschlossen werden. Damit hätte die Region ab 2007 ein neues, innovatives Kulturzentrum. Der Einzugsbereich mit den Bezirken Braunau, Flachgau, der Stadt Salzburg und den benachbarten bayerischen Landkreisen wie beispielsweise Traunstein und Altötting umfasse etwa 870.000 Einwohner, rechnen Auer und Hummer vor.

Gerade in ländlichen Bereichen würde den Jungen derzeit zu wenig geboten, stellen sie fest. Das "Kulturwerk Sakog" will in diesem kulturellen Ödland eine Alternative zu "Disco und Kampftrinken" anbieten: Das Programmkonzept umfasst im Sinn eines multifunktionalen Kulturstättenentwurfs ziemlich alle Sparten der "Zeit-, Jugend- und Subkultur"und legt den Fokus auf Produktionen mit der regionalen Szene. (Thomas Neuhold, DER STANDARD - Printausgabe, 7. Juni 2006)

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