Chronologie: 1960 bis 2005

6. Juni 2006, 19:19
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Bereits in den frühen 60ern wurde die Zeugung eines Menschen außerhalb der Gebärmutter erwogen

  • Um 1960
    Der britische Gynäkologe Robert Edwards erwägt erstmals die Möglichkeit einer Zeugung von Embryos im Reagenzglas, die so genannte In-vitro-Fertilisation (IvF).

  • 25. Juli 1978
    Neun Monate, nachdem Edwards Partner, der Gynäkologe Patrick Steptoe, der Britin Lesley Brown einen in-vitro befruchteten Embryo eingepflanzt hat, kommt das weltweit erste Retortenbaby Louise Brown zur Welt. Seither hat es rund um den Globus bereits mehr als 300.000 Geburten nach IvF gegeben.

  • 5. August 1982
    Mit Slatan Jovanovic wird in Wien das erste österreichische Retortenbaby geboren.

  • 1992
    In Belgien wird erstmals die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durchgeführt; im Unterschied zu IvF, wo man eine Eizelle im Reagenzglas Millionen Spermien aussetzt, wird der Eizelle dabei gezielt ein Spermium injiziert. Rund 10.000 Kinder kamen seitdem auf diese Art zur Welt.

  • August 2000
    In Minneapolis (USA) wird Adam Nash geboren. Er wurde in-vitro gezeugt und unter mehreren Embryonen erstmals mittels Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgewählt, um seiner Schwester Molly Knochenmark zu spenden. Die zu diesem Zeitpunkt sechsjährige Molly litt an einer erblichen - und tödlichen - Form von Anämie. Seither gab es weltweit mehrere derartige Geburten, die allesamt außerhalb Europas in die Wege geleitet worden sind. Im selben Jahr wird in Österreich ein öffentlicher Fonds gegründet, der 70 Prozent der Kosten für bis zu vier IVF-Behandlungen übernimmt.

  • Jänner 2005
    Mit der 67 Jahre alten Rumänin Adriana Iliescu wird die weltweit bisher älteste Frau nach IvF Mutter.

  • September 2005
    Nach Protesten u. a. von Behindertenorganisationen nimmt das Gesundheitsministerium in Wien Pläne zurück, laut denen PID nach mehrfach fehlgeschlagener IvF und dem Verdacht, dass der Fötus wegen eines Gendefekts vor oder kurz nach der Geburt stirbt, nahezu unbeschränkt zugelassen worden wäre. (bri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 07.06. 2006)
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