Abgestürzter Rettungspilot will wieder fliegen

7. Juni 2006, 20:14
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34-Järiger war am 1. Mai kurz vor Landung auf Dach des Salzburger Unfallkrankenhauses verunglückt

Salzburg - Fünf Wochen, nachdem er beim Absturz eines Rettungshubschraubers in Salzburg selbst ein Fall für den Notarzt geworden war, gibt sich der 34-jährige Pilot Martin Nussdorfer betont kämpferisch. "Wenn es medizinisch möglich ist, werde ich wieder fliegen", betonte der ÖAMTC-Mitarbeiter am Dienstag in einer Pressekonferenz. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Causa sieht er gelassen entgegen, Nussdorfer glaubt an einen technischen Defekt des Helikopters.

Am 1. Mai war der Rettungshubschrauber kurz vor der Landung auf dem Dach des Salzburger Unfallkrankenhauses verunglückt. Kurz vor dem 25-Meter-Absturz habe es Probleme mit der Steuerung des Heckrotors gegeben, erinnerte sich der Pilot. Für ihn sei es in seiner zehnjährigen Praxis "der erste Unfall und die erste reale Störung"gewesen. Bei dem Absturz wurde sein rechter Unterschenkel völlig zertrümmert, in das rechte Auge hatte sich ein scharfer Gegenstand gebohrt. Die mitfliegende Notärztin, ein Flugretter und der Notfallsanitäter wurden leicht verletzt. Der eigentliche Patient, ein schwer verletzter Motorradfahrer, überstand den Aufprall in einer Vakuummatratze ohne weitere Verletzungen.

Derzeit wird das Hubschrauberwrack von der Flugunfallkommission untersucht, vor Jahresende ist kein Abschlussbericht zu erwarten. Erst dann will die Anklagebehörde entscheiden, wie es mit der Vorerhebung wegen fahrlässiger Körperverletzung weitergeht. (APA, moe, DER STANDARD - Printausgabe, 7. Juni 2006)

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