Indonesien will Erdbebenflüchtlinge impfen

7. Juni 2006, 10:28
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"Wettlauf gegen die Zeit" - Neue Evakuierungen am Vulkan Merapi

Bantul - Im indonesischen Erdbebengebiet sollen zehntausende Menschen gegen Tetanus und Masern geimpft werden. Es sei ein "Wettlauf gegen die Zeit", sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden, Gandung Hermanto, am Dienstag. Es gebe vermutlich schon zwei Fälle von Tetanus (Wundstarrkrampf).

Die Behörden befürchten, dass sich unter den fast 650.000 Menschen, die nach dem Erdbeben ihre Häuser verlassen haben, Infektionskrankheiten wie Tetanus und Masern ausbreiten. Ein Drittel der Flüchtlinge lebt in Behelfsunterkünften, in denen die sanitären Verhältnisse schlecht sind.

Am Mittwoch sollte deshalb zunächst mit der Impfung aller Kleinkinder gegen Masern begonnen werden, wie WHO-Sprecherin Harsaran Pandey berichtete. Erwachsene sollten gegen Tetanus geimpft werden, eine Infektionskrankheit, deren Ursache verschmutzte Wunden sind. Die Krankheit verläuft in 30 Prozent der Fälle tödlich, in Entwicklungsländern liegt die Sterblichkeitsrate noch höher.

Evakuierungen am Vulkan Merapi

Am Vulkan Merapi begann die Evakuierung von weiteren 11.000 Anrainern. Ein Behördensprecher erklärte, dafür stünden 40 Fahrzeuge bereit. An dem 3.000 Meter hohen Berg wuchs in den vergangenen Wochen ein Lavakegel, seine vulkanische Aktivität hat seit dem Beben am 27. Mai zugenommen. Experten befürchten, dass der Kegel plötzlich in sich zusammenstürzen und dabei Wolken heißen Gases ausstoßen könnte, die sich in rasender Geschwindigkeit bis zu zwölf Kilometer weit ausbreiten können. Davon wären dann auch besiedelte Gebiete betroffen.

Bei dem Erdbeben vom 27. Mai wurden nach Angaben der Behörden 5.862 Menschen getötet und mehr als 36.000 weitere verletzt. (APA/AP)

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