Studiendaten bestätigen Wirksamkeit von Erbitux bei Krebs

13. Juni 2006, 13:55
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Studie an 1.147 Personen mit dem Mittel bei fortgeschrittenem Darmkrebs vorgestellt

Frankfurt - Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat nach eigenen Angaben mit seinem Hoffnungsträger Erbitux zur Behandlung von Krebs positive Studienresultate erzielt. Unter anderem habe Merck auf einem Krebsforscherkongress in den USA eine Studie mit dem Mittel bei fortgeschrittenem Darmkrebs vorgestellt, wonach Erbitux zusammen mit dem Medikament Irinotecan eine mittlere Überlebenszeit von 9,2 Monaten bewirkt habe, teilte Merck am Dienstag in Darmstadt mit.

An der Studie hätten 1.147 Patienten teilgenommen, die auf eine Standardtherapie nicht mehr angesprochen hätten. Insgesamt bestätigten die Studienergebnisse nach Firmenangaben die Wirksamkeit des Krebsmittels.

Merck zufolge betrug in der Studie die Rate der Patienten, die bei Verabreichung von Erbitux und Irinotecan nach zwölf Wochen ohne weiteres Wachstum des Tumors noch lebten, 61 Prozent. Nach 24 Wochen habe die Rate bei 34 Prozent gelegen. Zudem zeigten vorläufige Ergebnisse einer weiteren Studie mit dem Mittel zusammen mit einer Chemotherapie als Erstbehandlung bei fortgeschrittenem Darmkrebs, dass 52 Prozent auf die Therapie angesprochen hätten. Bei Patienten, die lediglich eine Chemotherapie erhielten, habe die Rate nur bei 38 Prozent gelegen.

Ermutigende Daten

Auch neue Daten zur Verabreichung von Erbitux alle zwei Wochen seien ermutigend. Bisher wird Erbitux üblicherweise wöchentlich gegeben. Insgesamt würden die laufenden Studien der Phase III zu Erbitux planmäßig fortgeführt, teilte Merck mit. Üblicherweise durchlaufen neue Medikamente drei klinische Testreihen am Menschen.

Erbitux ist als Darmkrebsmedikament bereits in 53 Ländern zugelassen. Auch für die Behandlung von Kopf/Hals-Krebs ist das Mittel bereits auf dem Markt. Mit dem Medikament erzielten die Darmstädter im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 74 Millionen Euro. Merck hatte 1998 die Erbitux-Entwicklungs- und Vermarktungsrechte außerhalb der USA und Kanada vom US-Biotechnologieunternehmen ImClone erworben. (APA/Reuters)

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