Co-Studium Musikologie ab Herbst an Kunstuni und Uni Graz

20. Oktober 2006, 10:20
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Langjährige Kooperation wird gemeinsames Bakkalaureat- und Masterstudium - Fünf Schwerpunkt-Module zur Wahl

Graz - Ab kommenden Herbst können Studenten ein neues Bakkalaureat- und Masterstudium an der Uni Graz und der Kunstuniversität absolvieren. Mit der Ausbildung "Musikologie" bieten erstmals in Österreich eine Voll- und eine Kunsthochschule ein gemeinsames Studium an. Die Ausbildung löst das bisherige Diplomstudium der Musikwissenschaft ab. Nach vier Semestern Grundausbildung stehen im Bakkalaureat-Studium zwei Semester lang fünf Schwerpunkt-Module zur Wahl. Die Spezialisierung setzt sich im Masterstudium fort.

Erstmaliges Angebot

Die mit dem Wintersemester 2006/07 startende Ausbildung verankert die langjährige Zusammenarbeit der Kunstuni und der Uni Graz in einem interuniversitärem Studium. "Ein gemeinsames Studienangebot hat es bisher nicht gegeben", erklärte Gerd Grupe von der Grazer Kunstuniversität. Die Ausbildung sei als Diplomstudium an der Uni Graz geführt worden, wobei an der Kunstuni absolvierte Fächer angerechnet wurden. Nun hätte man bereits vorhandene Ressourcen optimal gebündelt.

Sozial- und Kulturwissenschaften

Die Studenten sollen in einer viersemestrigen Eingangsphase eine breit gefächerte Grundausbildung erhalten, so Grupe. In den letzten zwei Semestern des insgesamt sechssemestrigen Bakkalaureatstudiums stehen fünf Schwerpunkt-Module zur Auswahl. "Ein gemeinsames Studium mit einer solchen Bandbreite ist einzigartig im deutschen Sprachraum", erklärte der Uni-Professor. Unter dem Dach "Musikologie" würden verschiedenste Teilbereiche vermittelt - angefangen von solchen, die sich mit naturwissenschaftlichen Ansätzen beschäftigen wie "Musikalische Akustik" über sozialwissenschaftliche Gebiete wie "Musikpsychologie" bis hin zu kulturübergreifender Kommunikation.

Schwerpunkte

Im Schwerpunkt-Modul "Jazz & Popularmusik" stehen Themen wie Jazz-Solopiano, einzelne Künstler wie Miles Davis sowie afro-amerikanische Popmusikstile auf dem Programm. "Musikkulturen der Welt" setzt sich mit den Folgen der Globalisierung für die Entwicklung von Musikkulturen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne auseinander. Historische und Systematische Musikwissenschaft finden sich in den Modulen "Abendländische Musikkulturen", "Musikpsychologie und Akustik" sowie "Ästhetik und Gesellschaft" wieder.

Keine "Fachidioten"

Im anschließenden viersemestrigen Masterstudium sollen sich Studenten auf einen Hauptbereich und mindestens ein zweites Teilgebiet konzentrieren - um keine "Fachidioten" zu werden, so Grupe. Eine Aufnahmeprüfung ist nicht vorgesehen, praktische musikalische Fähigkeiten sind erwünscht. (APA)

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    Die Studenten können zwischen fünf Schwerpunkten auswählen.

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