Appell des Vatikans gegen Ehen unter Homosexuellen und Abtreibung

21. Juni 2006, 11:20
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"Feminismus hat Beziehungen zwischen Mann und Frau erschwert" - Strafen für Abtreibung gefordert

Rom - Der Vatikan hat erneut entschieden gegen Homo-Ehen, Gesetze zur Legalisierung zusammenlebender Paare und den Schwangerschaftsabbruch Stellung bezogen. Im Dokument "Familie und menschliche Fortpflanzung", das vom päpstlichen Rat für die Familie unter der Leitung des Kardinals Alfonso Lopez Trujillo verfasst wurde, warnte der Vatikan vor Gesetzen, die Homosexuellen die selben Rechte einräumen wie Eheleuten. "Nie zuvor ist die natürliche Institution der Ehe und der Familie derart gewalttätigen Angriffen ausgeliefert worden", hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Dokument.

Es sei bekannt, dass rechtliche Lösungen wie die so genannten eingetragenen Lebensgemeinschaften immer stärker akzeptiert werden, sogar wenn sie die gleichen Rechte wie Ehepartner beanspruchen, ohne deren Verantwortung zu übernehmen, hieß es im Dokument. Manchmal werde sogar der Wunsch geäußert, die Definition von Ehe zu ändern, um homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern zu ermöglichen.

Feminismus

Der Feminismus habe die Beziehungen zwischen den Geschlechtern erschwert. Die Frauenbewegungen hätten eine "reine individualistische Vision der Familie" gefördert. Sie hätten auch zu alternativen Lösungen zur traditionellen Familie aufgerufen. Der Vatikan bekräftigte, dass die einzigen Verhütungsmethoden in der Ehe natürlicher Art sein sollten.

Zugleich verurteilte das Vatikan-Dokument die Abtreibung, die dank liberaler Gesetze bereits als "Recht" anerkannt werde. "Es ist unannehmbar, dass ein Verbrechen unbestraft bleibt. Die Abtreibung wird banalisiert und von Delikt in Recht umgewandelt."

Freude

Am Montag hatte sich der Papst vor 4000 Teilnehmer der Diözesankonferenz von Rom zum Thema "Die Freude am Glauben" für eine ganzheitliche Sicht der Liebe in der Erziehung ausgesprochen. "Besonders die Jugendlichen, die in sich heftig den Ruf der Liebe verspüren, müssen von dem Vorurteil befreit werden, dass das Christentum mit seinen Geboten und Verboten der Freude der Liebe allzu viele Hindernisse in den Weg stelle, besonders dass das Christentum verhindere, das wahre Glück in der gegenseitigen Liebe zwischen Mann und Frau zu finden. Im Gegenteil, der christliche Glaube und die christliche Ethik wollen diese Liebe nicht ersticken, sondern diese heilen, stärken und wahrhaft frei machen", so der Papst. (APA)

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