"Damit verdienen wir nicht so viel"

9. August 2006, 12:02
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Rudolf Sumereder, Manager von Inter Ikea Centre Group, erklärt im STANDARD-Gespräch, warum die Schweden nun auch als Immobilienentwickler aktiv sind

STANDARD: Verdient Ikea mit dem Möbelhandel nicht genug?

Sumereder: Ikea ist grundsätzlich ein profitables Unternehmen, die Gründung einer Immobilien-Entwicklungsfirma war eine natürliche Entwicklung. Wir haben ja schon länger unsere Möbelhäuser selber entwickelt, jetzt planen wir darum herum gleich ein ganzes Shoppingcenter. Um es aber klar zu sagen: Mit Immobilien verdienen wir noch lange nicht so viel wie mit Möbeln. Die beiden Geschäftsbereiche sind von der Größe her nicht vergleichbar.

STANDARD: Immerhin existiert eine eigene, international agierende Firma.

Sumereder: Früher war es üblich, dass Ikea ein Möbelhaus geplant hat, und im Umkreis erwarben private Grundstücksspekulanten die Liegenschaften. Sie konnten sicher sein, dass hier ein attraktiver Handelsstandort entsteht. Irgendwann sind wir dann zur Überzeugung gekommen, dass wir dieses Geschäft gleich auch selber machen können.

STANDARD: Warum aber wurde dafür eine eigene Firma gegründet?

Sumereder: Weil wir zuletzt bei zweitägigen internationalen Management-Meetings eineinhalb Tage lang nur mehr über Immobilien und gerade noch einen halben Tag über das eigentliche Kerngeschäft, den Möbelhandel, gesprochen haben. Der Umfang des Immobiliengeschäfts hatte ein Ausmaß angenommen, dass die Trennung der Kompetenzen Retail und Center Development vernünftig war. Daher wurden die Immobilienaktivitäten vor etwa fünf Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert.

STANDARD: Wo ist Inter Ikea derzeit aktiv?

Sumereder: Momentan sind wir als Immobilienentwickler nur in Europa und hier nur in Österreich, Polen, Tschechien, Deutschland und der Slowakei tätig. Bis dato haben wir rund 25 Shoppingcenter entwickelt, immer mit einem Ikea-Möbelhaus als Leitbetrieb. Derzeit starten wir mit unseren Immobilienaktivitäten in Frankreich, Spanien und Portugal durch, interessiert sind wir auch an Standorten in Kroatien und Slowenien sowie anderen Länder in CEE und SEE.

STANDARD: Und Großbritannien, das wäre doch der größte Immobilienmarkt in Europa?

Sumereder: Dort haben wir uns wieder zurückgezogen, weil hier aufgrund der gesetzlichen Restriktionen keine Shoppingcenter-Entwicklungen mehr möglich sind. Dieser Markt ist dicht.

STANDARD: Das heißt es über Österreich auch oft . . .

Sumereder: Kein Vergleich mit Großbritannien, dort ist nämlich wirklich nichts mehr möglich. Neuentwicklungen unterliegen dort zu großen Einschränkungen.

STANDARD: Entwickeln Sie außer Einkaufszentren noch andere große Projekte?

Sumereder: Die Inter Ikea Centre Group hat sich auf die Entwicklung von Shoppingcenter und Fachmarktzentren spezialisiert. Wir verfolgen aber im Umfeld auch noch andere Aktivitäten. Es gab von der verwandten Immobilienfirma Ikano sogar ein Projekt in Österreich, nämlich das Ikano-Bürocenter in Wiener Neudorf bei Wien. Das wurde aber mittlerweile verkauft. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4./5.6.2006)

Das Gespräch führte Gerhard Rodler.
  • Rudolf Sumereder ist Manager der Inter Ikea Centre Group, die in Europa
Einkaufszentren entwickelt.
    foto: privat

    Rudolf Sumereder ist Manager der Inter Ikea Centre Group, die in Europa Einkaufszentren entwickelt.

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