Warnung vor "Ramsch-Wein" in Europa

20. Juni 2006, 11:31
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Exporte sollen durch Absenken der Qualitätsstandards gestärkt werden. Deutscher Agrarminister fordert besondere Kennzeichnung von gutem Wein

Berlin/Frankfurt/Main - Der deutsche Agrarminister Horst Seehofer hat vor sinkenden Qualitätsstandards des europäischen Weins durch die anstehende EU-weite Reform des Weinmarkts gewarnt. Europa könne seine Überproduktion nicht dadurch verringern, dass man "Ramsch-Weine" für den Weltmarkt herstelle, sagte er nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wenn wir im Wettbewerb bestehen wollen, müssen wir auf Qualität setzen, nicht auf bessere Limonaden." Nötig sei die besondere Kennzeichnung von gutem Wein.

Die EU-Kommission will dem Bericht zufolge in diesem Monat erste Vorschläge für eine Reform des Weinmarkts vorlegen. Die Produktion solle vor allem durch Prämienzahlungen für die freiwillige Stilllegung von Anbauflächen sinken. Damit könnten innerhalb von fünf Jahren rund 400.000 Hektar aus der Weinherstellung von insgesamt mehr als 4 Mio. Hektar herausgenommen werden. Der Export solle gestärkt werden, indem Qualitätsstandards sinken. Seehofer hatte zuvor bereits ein Reinheitsgebot für Wein gefordert und das Weinabkommen zwischen der EU und den USA vom Dezember kritisiert. (APA/dpa)

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