Zwangsabstieg rückt immer näher

25. Juni 2006, 11:11
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Für Juventus wird es sehr eng, die Aulosung der Schiedsrichter wur­de einem Geständnis zu­folge durch die Turiner manipuliert

Coverciano - Im italienischen Fußball-Skandal gibt es das erste Geständnis. "Ja, die Schiedsrichter-Auslosungen waren manipuliert", gab der Sekretär der Schiedsrichterkommission, Manfredi Martino, zu. "Jetzt haben wir einige Erkenntnisse und eine genauere Vorstellung", sagte der Chefermittler des Fußball-Verbandes (FIGC), Francesco Saverio Borelli, laut einem Bericht der "La Gazzetta dello Sport".

Einen Tag vor der WM-Anreise der "Azzurri" wird das Bild der mutmaßlichen Schiedsrichter-Manipulationen von Juventus Turins Ex-Manager Luciano Moggi immer klarer und der Zwangsabstieg des Rekordmeisters immer wahrscheinlicher.

Schiedsrichter nach Juve-Wunsch

Die Loskugeln seien von den Schiedsrichter-Koordinatoren Paolo Bergamo und Pier Luigi Pairetto markiert worden, sagte Martino aus. Damit bestätigte er die Aussage von Ex-Schiedsrichter Riccardo Pirrone. Moggi wünschte sich die Schiedsrichter für Juve-Spiele und die Koordinatoren manipulierten die Auslosung entsprechend.

Noch am Tag des Geständnisses kündigte der kommissarische FIGC-Präsident Guido Rossi an, auch den Schiedsrichterverband von zwei externen kommissarischen Leitern führen zu lassen. Damit sind alle entscheidenden Fußball-Institutionen enthauptet. Auch den Liga-Präsidenten Adriano Galliani soll Rossi zum Rücktritt gedrängt haben. Dem Vize-Präsidenten des AC Milan soll ein von außerhalb des Fußballs kommender Manager zur Seite gestellt werden.

Auch Galliani soll gehen

Innerhalb eines Monats müsse Galliani sein Amt räumen und Neuwahlen anberaumen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass auch Milan Schiedsrichter manipuliert hat, müsse Galliani sofort zurücktreten, berichtete die "Gazzetta dello Sport" am Dienstag. Rossi dementierte dies halbherzig: "Im Gespräch mit Galliani wurden keine Entscheidungen getroffen", ließ der FIGC verlauten.

Unterdessen setzten FIGC-Ermittler Borelli und die Staatsanwaltschaften in Rom und Neapel ihre Verhöre fort. Neben zahlreichen anderen Verdächtigten und Zeugen wurden die Schiedsrichter Paolo Dondarini und Domenico Messina sowie AS Roma-Trainer Luciano Spalletti vernommen.(APA/dpa)

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    Spieler werden der Reihe nach verhört, so auch David Trezeguet.

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