Chronologie: Die Ermittlungen

16. Juli 2006, 20:58
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Geiger ist seit 29. März vom Dienst suspendiert - Er weist die Vorwürfe von sich

Wien - Zwei Jahrzehnte lang stand Ernst Geiger als Ermittler in spektakulären Kriminalfällen im Blickfeld der Öffentlichkeit. Seit seiner Suspendierung Ende März sorgen Berichte über Anschuldigungen gegen ihn wegen angeblichen Amtsmissbrauchs für Aufsehen. Nun wird sich der im Rahmen der so genannten Sauna-Affäre angeschwärzte Kriminalist vor Gericht verantworten müssen. Im Folgenden eine Chronologie der "Sauna-Affäre":

27. 3. 2006: Das Büro für interne Ermittlungen im Innenministerium bestätigt, ein "mögliches Nahverhältnis zwischen der Rotlichtszene und Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes" zu untersuchen.

29. 3. 2006: Die Bundespolizeidirektion Wien gibt die Suspendierung eines ranghohen Kriminalisten im Zusammenhang mit der "Sauna-Affäre" bekannt. Es wird Disziplinaranzeige erstattet.

30. 3. 2006: Der Wiener Staatsanwaltschaft beantragt die Einleitung gerichtlicher Vorerhebungen gegen Geiger. Der suspendierte Spitzen-Kriminalist weist in Interviews die Vorwürfe zurück ("Habe keine Razzia verraten").

11. 4. 2006: Erste Verhaftungen in der "Sauna-Affäre": Betreiber Wolfgang B. und sieben weitere Angestellte der Firma, die den Club in Wien-Simmering unterhielt, wandern hinter Gitter. Sie stehen im Verdacht des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels.

12. 4. 2006: Einige der Verhafteten legen erste Geständnisse ab, Wolfgang B. weist alle Vorwürfe zurück.

13. 4. 2006: Die Polizei gibt die Fahndung nach einer weiteren Verdächtigen bekannt.

10. 5. 2006: Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt, ihre Ermittlungen gegen Ernst Geiger abgeschlossen zu haben. Über den Vorhabensbericht mit dem Vorschlag der Anklagebehörde, ob gegen den Kriminalisten Anklage wegen Amtsmissbrauchs bzw. Verrats eines Amtsgeheimnisses erhoben oder das Verfahren eingestellt wird, muss das Justizministerium entscheiden.

17. 5. 2006: Die Polizei gibt bekannt, dass ein Miteigentümer des durch die "Sauna-Affäre" bekannt gewordenen Etablissements "Goldentime" Selbstmord begangen hat. Der Grund sei nicht in den Ermittlungen, sondern in gesundheitlichen und beruflichen Problemen zu sehen.

26. 5. 2006: Der Hauptverdächtige Wolfgang B. wird gegen gelindere Mittel aus der U-Haft entlassen. Der 42-Jährige steht laut Gericht weiterhin unter dem Verdacht des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels, Zuführung zur Prostitution und Zuhälterei.

6. 6. 2006: Das Justizministerium genehmigt den Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft und entscheidet für einen Prozess wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs gegen Geiger. (APA)

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