Euro-Finanzminister sprechen über Erweiterung der Euro-Zone

8. Juni 2006, 16:39
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Juncker zunehmend besorgt über steigenden Euro - Grasser: Kein Zinsschritt wäre Finanzministern lieber

Luxemburg - "Nicht wirklich besorgt, aber zunehmend" über das Euroniveau zeigt sich der Vorsitzende der Eurogruppe, der luxemburgische Premier und Finanzminister, Jean Claude Juncker. "Wir sind nicht in gefährlichen Gewässern, aber wir könnten dorthin geraten, wenn der Euro weiter steigt", sagte Juncker vor Beginn des Treffens der Euro-Finanzminister am Dienstagabend in Luxemburg.

Der Euro lag am Dienstag bei 1,28 Dollar, nachdem der am Vortag mit mit 1,2979 Dollar den höchsten Stand seit 13 Monaten erreicht hatte.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser, derzeit Vorsitzender im Ecofin-Rat, sagte, er sei nicht besorgt über den Wechselkurs Euro-Dollar. Es werde versucht, "sprunghaft Veränderungen" zu vermeiden und bisher sei das auch gelungen. Der Euro sei seit längerem in einer Bandbreite zwischen 1,20 bis 1,30 Dollar und auch die Annäherung an die 1,30 sei "keine sprunghafte volatile Entwicklung", so der Finanzminister.

Zu einer möglichen weiteren Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) sagte Grasser, die Finanzminister hätten Interesse an einer möglichst großen Preisstabilität, gleichzeitig wollten sie aber auch den Aufschwung unterstützen, "einerseits durch Strukturreformen, andererseits durch möglichst niedrige Zinsen". Die EZB werde zu beurteilen haben, ob sie die Zwei-Prozent-Grenze für die Inflation in Gefahr sehe oder nicht. "Wenn sie glauben, dass sie ohne diesen Schritt auskommen, wäre uns das natürlich lieber", so Grasser.

Nach ersten Eurostat-Schätzungen stiegen die Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai im Vergleich zum Mai des Vorjahres um 2,5 Prozent nach 2,4 Prozent im April.

Die Finanzminister der 12 Euroländer sprechen am Dienstag Abend über die Konjunkturlage sowie über die geplante Erweiterung der Eurozone. Slowenien hat Mitte Mai von der EU-Kommission eine positive Empfehlung erhalten. Der Antrag Litauens wurde dagegen negativ beurteilt, nachdem die Inflation leicht über der zulässigen Grenze lag. Litauen fordert daher am Mittwoch beim Finanzministertreffen eine grundsätzliche Debatte über die Anwendung der Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. (APA)

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