Dichand bedauert Prozess um Kuhn-Entlassung

9. Oktober 2006, 15:26
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Dessen ungeachtet beharrt Hauptgeschäfts- führer der "Krone" darauf, Kuhn habe einen Entlassungsgrund gesetzt

Im Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG) ist am Dienstag der Prozess fortgesetzt worden, den der ehemalige geschäftsführende Chefredakteur der "Kronenzeitung", Michael Kuhn, nach seiner fristlosen Entlassung gegen seinen jahrzehntelangen Arbeitgeber in die Wege geleitet hat. Seiner Meinung nach war Hauptgeschäftsführer Hans Dichand zu diesem Schritt gar nicht befugt, da ihn nur die WAZ, der deutsche Hälfteeigentümer der "Krone", abberufen hätte können. Abgesehen davon habe er keinen Entlassungsgrund gesetzt.

"Mir tut der Prozess leid

"Mir tut der Prozess leid. Wir haben uns immer gut vertragen. Wir haben in den ganzen Jahrzehnten nie ein böses Wort miteinander gewechselt. Er war ein guter Sportredakteur", stellte Hans Dichand nun im ASG fest. Dessen ungeachtet beharrte er darauf, Michael Kuhn habe einen Entlassungsgrund gesetzt. Nach allem, was geschehen sei, müsse dieser das auch zugeben, sagte Dichand: "Wir sind bereit, das in eine Kündigung umzuwandeln. Die Entlassung können wir aber nicht zurücknehmen."

Um sich einen langwierigen Prozess zu ersparen, wäre Kuhn, der Ende Jänner 2006 nach 47 Dienstjahren bei der "Krone" für abgesetzt erklärt worden war, zu einem so genannten bedingten Vergleich bereit gewesen, wie sein Anwalt Alfred Noll darlegte. Der entsprechende Vorschlag hätte eine rechtswirksame Erklärung der Gegenseite verlangt, wonach die Entlassung zurück gezogen wird. Im Gegenzug wäre Kuhn zu einer einvernehmlichen Lösung des Dienstverhältnis bereit gewesen. Dichand war nicht bereit, auf diesen Vorschlag einzugehen. (APA)

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    "Mir tut der Prozess leid. Wir haben uns immer gut vertragen", sagte Hans Dichand Dienstag, im Bild mit Michael Kuhn (rechts) und dessen Rechtsvertreter Alfred Noll (Mitte).

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