Bei Papierverarbeitern blieb 2005 der erhoffte Aufschwung aus

20. Juni 2006, 19:50
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Jahresbericht: Erstmals über eine Million Tonnen Papier abgesetzt - In­landsmarkt und Exporte schwächelten - Obmann kritisiert "Blockade" flexiblerer Arbeitszeiten durch Gewerkschaft

Wien - Für Österreichs Papier verarbeitende Industrie (PPV) blieb 2005 der erhoffte Aufschwung aus. Zwar setzten die Papierverarbeiter im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Million Tonnen Papierwaren im Wert von 1,7 Milliarden Euro im In- und Ausland ab. Mit einem Umsatzplus von nur 1,2 Prozent verlor der Export aber deutlich an Dynamik, teilte der Fachverband der PPV heute, Dienstag, mit.

Der Produktionswert wuchs um 2,2 Prozent, der Absatz stieg gegenüber 2004 um ein Prozent. Bei den Exportumsätzen wurde ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro erreicht. In Osteuropa und Übersee würden Einfuhren zunehmend durch Eigenproduktion ersetzt, hieß es. Neben den 9.300 Beschäftigten der PPV im Inland arbeiten bereits mehr als 9.000 Mitarbeiter in Produktionsstätten heimischer Firmen im Ausland.

Kostendruck

Laut dem vor kurzem veröffentlichten PPV-Jahresbericht 2005 stand die Branche im Vorjahr unter besonderem Kostendruck. Steigende Kosten für Rohstoffe, Personal und Energie konnten nur zum Teil durch Rationalisierungen sowie eine Erhöhung der Produktivität aufgefangen werden. Papierpreis-Erhöhungen ließen sich jedoch wegen der bestehenden Überkapazitäten und starkem Wettbewerb nur teilweise auf dem Markt durchsetzen.

Im laufenden Jahr will die Branche von der Verbesserung der Konjunktur in Europa profitieren und erwartet ein Wachstum im Ausmaß der Zunahme des Bruttonationalproduktes, hieß es. Die kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Arbeitszeit seien allerdings ein Hemmschuh im internationalen Wettbewerb, teilte PPV-Obmann Georg Fischer in der Aussendung mit.

"Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, ist es erforderlich, die Normalarbeitszeit besser an die Auftragssituation anpassen zu können", so Fischer. Die gegenwärtige "Blockade einer Erweiterung durch die Gewerkschaft" zwinge die Branche zu innerbetrieblichen Lösungen, aber auch dazu, "mit der Produktion zunehmend in Märkte mit flexibleren Arbeitszeitregelungen auszuweichen." (APA)

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    foto: ara
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