Steigende Importabhängigkeit bei Gas erwartet

22. Juni 2006, 18:49
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Für die kommende Heizsaison warnt die russische Gazprom indirekt vor Lieferengpässsen

Amsterdam/Moskau - Bei der Versorgung mit Gas rechnen Experten mit einer wachsenden Importanhängigkeit der westlichen Länder. Diese Bedenken äußerte unter anderem der niederländische Wirtschaftsminister Brinkhorst am Montag zur Eröffnung des 23. Weltgaskongresses in Amsterdam. Der russische Gaskonzern Gazprom warnte unterdessen indirekt vor Lieferengpässen bei der Versorgung Westeuropas in der kommenden Heizsaison.

Gazprom warf der Ukraine eine schleppende Auffüllung ihrer unterirdischen Gaslager vor dem kommenden Winter vor. Vom Fülldruck in den Speichern hänge die störungsfreie Belieferung ukrainischer wie europäischer Kunden in der Heizsaison ab, betonte Gazprom am Montag in Moskau. Der russische Konzern rief den ukrainischen Partner Naftogas Ukrainy auf, die Vorbereitungen auf den Winter zu beschleunigen. Im Streit um eine drastische Preiserhöhung hatte Russland der Ukraine zu Jahresbeginn kurzfristig kein Gas mehr geliefert. Die Ukraine schränkte darauf die Weiterleitung von russischem Gas an westeuropäische Kunden ein.

Allein für Europa geht man, so Brinkhorst, von einem Anstieg des Importanteils beim Gas von 48 Prozent im Jahr 2002 bis auf einen Anteil von 80 Prozent im Jahr 2030 aus. (APA/dpa)

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