Serben im Norden des Kosovo brechen Kontakte zu UNO ab

9. Juni 2006, 13:42
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Protest gegen jüngste Gewalt gegen Serben in der Provinz

Pristina - Nach mehreren gewaltsamen Übergriffen haben die Serben im Norden des Kosovo den Abbruch ihrer Beziehungen mit der UN-Mission UNMIK angekündigt. Die Kontakte zu den Institutionen im Kosovo, vor allem jene mit der UNMIK, würden abgebrochen, sagte ein Beamter in der Stadt Zvecan im Norden des Kosovo am Montag.

Außerdem werde der Notstand verhängt in den vier Provinzen, in denen die Serben in der Mehrheit sind. Dort hatten sich zuvor rund eintausend Serben versammelt und gegen die jüngste Gewalt protestiert. Dabei waren vor kurzem ein Serbe getötet und zwei weitere schwer verletzt worden.

Der UN-Polizeichef im Kosovo, Kai Vittrup, sagte, die jüngste Gewalt "scheint nicht ethnisch motiviert gewesen zu sein". Die UNO arbeite daran, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen umzusetzen. Seit dem Ende des Kosovo-Konflikts im Jahr 1999 waren rund 200.000 Serben aus Furcht vor albanischen Vergeltungsaktionen aus der Provinz geflohen. Derzeit leben noch 100.000 Serben im Kosovo. Albaner stellen rund 90 Prozent der zwei Millioinen Bewohner der Provinz. (APA)

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