Maria und das Pferd

9. Juni 2006, 12:46
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Der Tiroler Hengst Taifun gewann das 121. Traber-Derby

Wien - Gottvertrauen ist im modernen Sport keineswegs out. Das zeigen diverse Sportler immer wieder. Josef Franzl, Trabertrainer aus Bayern und am Sonntag im 121. Österreichischen Traber-Derby mit dem vierjährigen Tiroler Hengst Taifun unterwegs, vertraut, wie er vor dem Rennen berichtete, besonders auf die Gottesmutter Maria - und auf die Stärke seines Pferdes.

Sonst hätte er kaum das, was allgemein als Todesspur bezeichnet wird, gewählt - neben der Stute La Traviata, die nach dem Start sofort in Führung ging. Franzl ließ sich, als er sah, dass sein Kollege Conrad Lugauer ihn kaum kampflos vorbeilassen würde, nicht auf ein Duell ein. "Da geh'ich eben außen und schau', wie's wird", kommentierte er seine Taktik. Und behielt Recht.

In der Zielgeraden des 2300-Meter-Rennens konnte Taifun trotz keineswegs langsamer Pace noch zulegen und La Traviata mit zwei Längen Vorsprung abfertigen. Dahinter verteidigte Shaina mit Wolfgang Ruth noch knapp das dritte Geld, womit der Favoriten-Einlauf 3-2-1 gegeben war. Die Dreierwette wurde mit stolzen 23,3:1 honoriert.

Glückstrahlend - nicht nur ob der Siegprämie von 36.500 Euro - zeigte sich auch die Besitzerfamilie Mayr aus St. Johann in Tirol. Johann Mayr, mit dem Pferdesport seit vielen Jahren so eng verbunden, dass er in seiner Heimatgemeinde sogar eine eigene Trabrennbahn errichtet, hat Taifun selbst gezüchtet.

Auch in England und Frankreich wurden Derby-Sieger gekürt. Am Samstag musste sich in Epsom der favorisierte Hengst Visindar aus dem Stall des Aga Khan hinter Sir Percy mit Platz fünf und 50.000 Euro bescheiden. Die Siegesprämie für Sir Percy's Besitzer, einen Londoner Investmentbanker: 1,1 Millionen Euro.

Doch das geistliche Oberhaupt der Ismaeliten und einer der wichtigsten Rennstallbesitzer der Welt hat mehrere Chancen. Also konnte Soumillon die Scharte bereits am Sonntag auswetzten, indem er in den grünen Rennfarben des Aga Khan mit Darsi das französische Derby und 857.000 Euro gewann. (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 6. Juni 2006, Nikolaus Dolenz )

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