Soldaten gehen mit Tränengas gegen Randalierer vor

13. Juni 2006, 16:23
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Parlament berät über kritische Lage in dem Inselstaat

Dili - Ausländische Truppen in Osttimor sind mit Tränengas gegen Randalierer in der Hauptstadt Dili vorgegangen. Dutzende Jugendliche von verfeindeten Gangs setzten am Montag in der Früh Gebäude in Brand und bewarfen sich gegenseitig mit Steinen und Schutt. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Unterdessen trat das Parlament zusammen, um über die kritische Lage zu beraten. Einige Abgeordnete blieben der Sitzung allerdings fern, da sie sich nicht sicher fühlten oder kein Verkehrsmittel zur Verfügung stand.

Mit dem Einverständnis der Regierung sind inzwischen mehr als 2.000 Soldaten aus Australien, Neuseeland und Malaysia zur Verstärkung der Blauhelmtruppe in dem Inselstaat eingetroffen. Sie haben zwecks Eindämmung der Unruhen schon hunderte Waffen beschlagnahmt und Bandenmitglieder vorübergehend inhaftiert. Sie habe bislang aber keine Schusswaffen eingesetzt, um die Spannungen nicht weiter anzuheizen.

Rücktrittsforderungen

Ministerpräsident Mari Alkatiri, dessen Rücktritt vielerorts gefordert wird, kündigte konkrete Entscheidungen zur Wiederherstellung der Ordnung an. Auch gelte es, die Handlungsfähigkeit der Regierung zu sichern. Die Unruhen in Osttimor begannen Ende Mai und kosteten bislang mindestens 30 Menschen das Leben. Auslöser war die Entlassung von 600 Soldaten. Etwa 100.000 Menschen sind bereits vor dem Kämpfen in Dili geflohen. (APA)

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