Westenthaler will mit BZÖ regieren

21. Juni 2006, 14:22
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ÖVP laut Umfrage deutlich vor SPÖ, BZÖ holt gegenüber FPÖ auf, Grüne legen zu

Wien - Kaum zurück in der Politik, führt Peter Westenthaler auch schon wieder das große Wort: Natürlich stelle seine Partei den Regierungsanspruch, sagte der BZÖ-Chef in einem Interview für die APA.

Das werde man im Wahlkampf auch ganz klar formulieren: "Wir wollen Politik machen, um zu gestalten und umzusetzen. Das unterscheidet uns von der Destruktion der FPÖ."Dass das BZÖ in der neuesten IMAS-Umfrage mit drei bis fünf Prozent der Stimmen gerade so an der Grundmandatshürde entlangschrammt, stört Westenthaler wenig. Er geht davon aus, dass die Orangen immer noch an jenes Potentzial der FPÖ herankommen (oder wenigstens daraus schöpfen können), welches vor dem ominösen "Knittelfelder Putsch"von 2002 noch rund 26 Prozent betragen hat. Westenthalers alter Kumpel aus blauen Tagen, Gernot Rumpold, hat die Wahlkampagne für das BZÖ so gut wie fertig. Rund fünf Millionen Euro stehen für die Kampagne zur Verfügung, deren zentrale Themen "Sicherheit, Heimat, Recht, Ordnung und Soziales"sein werden.

Dieselbe Umfrage (Sample: 700) weist der ÖVP erstmals seit Jahren einen deutlichen Vorsprung auf die SPÖ aus. Demnach gaben bei der Sonntagsfrage 39 bis 42 Prozent an, die ÖVP zu wählen, 35 bis 38 Prozent die SPÖ. Die Grünen kämen auf zehn bis 12 Prozent, die FPÖ bewegt sich zwischen vier und sechs Prozent. Möglicherweise liegt darin ein Grund für Westenthalers Zuversicht, hat er doch, zumindest in der Umfrage, in den wenigen Tagen seines Comebacks gegenüber seinem FP-Konkurrenten Heinz-Christian Strache deutlich an Boden gut gemacht. (DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2006)

von Samo Kobenter
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