PDF in Office: "Wir sind keine Konkurrenz"

20. Juni 2006, 10:17
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Microsoft lädt Adobe zur Zusammenarbeit ein und sieht keine rechtlichen Probleme – Windows Vista mit zahlreichen Features, die der Mitbewerb erst verdauen muss

Der Auseinandersetzung zwischen Microsoft und Adobe Systems rund um die Integration eines PDF-Exportfeatures in Office 2007 – der WebStandard berichtete - scheint Microsoft gelassen entgegen zu sehen.

Gespräche

Im Rahmen des Microsoft EMEA Reviewers Forum in London hatte der WebStandard Gelegenheit in einem kurzen Gespräch mit Microsoft-Entwickler Matt McGinnis dieser Frage nachzugehen. Aus Sicht von McGinnis würde das Thema PDF in Office 2007 kein Grund zur Besorgnis bedeuten, weder für den Mitbewerb noch für Microsoft, aufgrund möglicher Klagen, selbst. „Wir haben in Windows Vista und Office 2007 zahlreiche neue und nützliche Funktionalitäten integriert. Der PDF-Export war eines jener Features welches sich unsere Kunden sehr gewünscht haben“. Die Aufregung von Seiten Adobes scheint McGinnis nicht wirklich nachvollziehen zu können, wiewohl der Microsoft-Mitarbeiter diplomatisch antwortet: „Wir hoffen, dass wir hier die Industrie auf unsere Seite bringen können. Immerhin ist unsere Lösung keine Konkurrenz zu bestehenden professionellen Produkten, sondern bietet AnwenderInnen Basisfunktionalitäten für die tägliche Arbeit. Jeder Drittanbieter ist herzlich eingeladen seine Lösung in Office zu integrieren. Wir führen hierzu derzeit Gespräche und sind überzeugt, dass wir eine Lösung finden werden.“

Die Lösung

In Office 2007 soll der PDF-Export direkt aus Word heraus möglich sein, wobei, wenn es nach Microsoft geht, AnwenderInnen, dieses Feature mit dem Produkt ihrer Wahl nutzen können sollen. Drittanbieter sowie AnwenderInnen sollen die Oberflächen entsprechend ihrer Vorstellungen adaptieren können. "Dort, wo unser Logo zu finden ist, können Drittanbieter jederzeit ihre Features integrieren. Die Schnittstellen sind offen.", so McGinnis weiter.

Weitere Aufreger

Doch nicht nur der PDF-Export dürfte den Mitbewerb mäßig freuen; in Vista und Office finden sich zahlreiche neue Funktionalitäten, die bislang hinzugekauft werden mussten. Sei es nun, das neue Bildformat Windows Media Photo welches JPEG Konkurrenz machen will, das Wort "Killer" scheint aber etwas überzogen in diesem Zusammenhang, oder die integrierte Suche, die nun standardmäßig in Vista und Office dabei sein wird. In Vista werden sich auch einige Bildbearbeitungstools finden, auch hier gab es im Vorfeld schon heftigere Reaktionen vom Mitbewerb. Für McGinnis auch nicht nachvollziehbar: "Wenn Sie ein Kunde sind, der ein Produkt mit spezielle Funktionen für digitale Fotos - sei es ein Fotoalbum, eine Diashow und ähnliches vor findet, so wollen sie doch sicher auch eine einfache Bildbearbeitung bei der Hand haben. Diese haben wir nun integriert. Aus unserer Sicht ist es aber auch hier ganz klar, dass wir damit keine neuen Konkurrenzverhältnisse schaffen. Wer bislang den Photoshop, oder ähnliche Produkte verwendet hat, wird dies auch mit Windows Vista weiterhin tun".

Virenbusiness

Auch der Start von Windows OneCare Live markiert den Aufbruch von Microsoft in ein neues Geschäftsfeld, allerdings sind die Grenzen zum Mitbewerb hier eindeutiger beziehungsweise erwartet sich hier niemand ernste rechtliche Auseinandersetzungen. Laut McGinnis liegt der Grund hierfür vor allem darin, dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt: "Aufgrund unserer Marktposition sind wir mit zahlreichen Anfragen von Kunden beschäftigt, die über ein Betriebssystem hinausgehen. Eines dieser Felder sind Antiphishing und die Bedrohungen aus dem Netz. Beim Internet Explorer 7 haben wir schon entsprechende Funktionalitäten eingebaut. Mit OneCare Live kommen wir ebenfalls dem Wunsch der Kunden nach, die eine Lösung aus einer Hand wollen, aber selbstverständlich lassen sich alle Produkte von Drittanbietern ebenso integrieren."(Gregor Kucera)

  • Matt McGinnis über Vista und die Funktionalitäten, die das Produkt im Sinne der KundInnen ergänzen.
    foto: gregor kucera

    Matt McGinnis über Vista und die Funktionalitäten, die das Produkt im Sinne der KundInnen ergänzen.

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