Millionenentschädigung für zwei US-Libanesen in Diskriminierungsklage

5. Juni 2006, 19:33
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Männer wurden als "Kamel-Reiter" und "Terroristen-Bomber" beschimpft - 61 Mio. Dollar Entschädigung

Oakland - Zwei aus dem Libanon stammende Fahrer des amerikanischen Paketdienstes FedEx haben in den USA mit einer Klage wegen Rassendiskriminierung am Arbeitsplatz Erfolg gehabt. Wie die "Oakland Tribune" am Sonntag berichtete, sprach eine Jury im kalifornischen Oakland den beiden Männern 61 Millionen Dollar (rund 47 Millionen Euro) Schadenersatz zu.

Die 36 und 44 Jahre alten Fahrer machten vor Gericht geltend, dass sie von einer Vorgesetzten zwei Jahre lang mit Ausdrücken wie "Kamel-Reiter", "Araber" und "Terroristen-Bomber" beschimpft worden seien. Ein FedEx-Sprecher sprach von einer "völlig überzogenen" Entschädigung. Das Unternehmen kündigte Berufung an.

Flucht vor Bürgerkrieg und Terror

Die Jury hatte den Klägern zunächst elf Millionen Dollar als Entschädigung für den "emotionalen Stress" zugesprochen und dann weitere 50 Millionen Dollar als Strafzahlung gegen den Arbeitgeber verhängt.

Nach Angaben ihres Anwalts waren die beiden Männer Anfang der 80er Jahre in die USA gekommen, um dem Bürgerkrieg und Terror in ihrem Heimatland zu entkommen. Einer der Kläger habe seinen Vater bei einem Bombenanschlag im Libanon verloren. Vor diesem Hintergrund seien die Sticheleien am Arbeitsplatz besonders schlimm gewesen.

Die Beschimpfungen begannen 1999 und endeten im Jahr 2000 mit der Versetzung der Vorgesetzten. Die Männer reichten die Klage wenige Monate vor den Terrorangriffen vom 11. September 2001 ein. (APA/dpa)

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