US-Regierung bemüht sich nach Maliki-Kritik um Schadensbegrenzung

6. Juni 2006, 13:16
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Rice: Premier unter­stützt Koalitionstruppen - Außenministerin bescheinigt Kanada großen Erfolg im Anti-Terror-Kampf

Washington - Die US-Regierung ist nach der scharfen Kritik des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki an den Koalitionstruppen um Schadensbegrenzung bemüht. Maliki habe in einem Telefongespräch ausdrücklich versichert, dass er die Koalitionstruppen schätze und unterstütze, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Sonntag dem US-Nachrichtensender CNN.

Maliki verstehe, dass die Koalitionstruppen noch im Lande bleiben müssten, bis irakische Sicherheitskräfte Operationen allein ausführen könnten. Der Ministerpräsident sei gleichermaßen besorgt über die jüngsten negativen Berichte wie die US-Regierung.

Maliki-Interview: "Truppen respektieren nicht die irakische Bevölkerung"

Maliki hatte zuvor in einem Interview mit der "New York Times" die Koalitionstruppen scharf kritisiert. "Die Truppen in der von den USA geführten Koalition respektieren nicht die irakische Bevölkerung. Sie zerquetschen sie mit ihren Fahrzeugen und töten sie nur auf Verdacht hin. Dies ist vollkommen inakzeptabel", sagte er.

Rice kündigte bei der Aufklärung des mutmaßlichen Massakers an 24 Menschen in der irakischen Stadt Haditha die volle Zusammenarbeit mit Maliki an. Es werde eine gründliche Untersuchung und am Ende eine angemessene Strafe geben, wenn Leute schuldig seien.

Die US-Außenministerin bescheinigte auch dem Nachbarland Kanada einen großen Erfolg im Anti-Terror-Kampf. Kanada sei sehr aktiv im Kampf gegen den Terrorismus und zwischen beiden Ländern gebe es eine exzellente Zusammenarbeit, sagte Rice am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS. Nach den Worten von Rice gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die Festgenommenen Anschläge in den USA geplant hätten. Die USA würden den Fall aber weiter verfolgen. (APA/dpa)

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New York Times:
Iraqi Assails U.S. for Strikes on Civilians
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    Nachdem auch der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki heftige Kritik an den US-Truppen geübt hatte, war Außenministerin Rice um Schadensbegrenzung bemüht.

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