Angst vor Zyanid-Anschlag führte zu Großrazzia

7. Juni 2006, 16:32
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Blair durch Geheimdienstchefin von vermuteter Gefahrenlage informiert

London - Die Großrazzia gegen eine vermutete Bombenwerkstatt in London ist nach Zeitungsangaben durch Hinweise auf einen geplanten Anschlag mit dem Giftstoff Zyanid ausgelöst worden. Vor dem Einsatz von 250 Sicherheitskräften gegen zwei Terrorverdächtige in einer Wohnung in Ost-London sei Premierminister Tony Blair persönlich durch die Chefin des Geheimdienstes MI5, Dame Eliza Manningham-Buller, über die vermutete Gefahrenlage informiert worden, berichtete die "Sunday Times".

Trotz einer seit Freitag früh anhaltenden intensiven Durchsuchung der gestürmten Wohnung in dem Einwandererviertel Forest Gate teilte die Polizei bisher jedoch nichts über eventuelle Funde mit. Daher gab es zunächst auch keine Bestätigung dafür, dass dem MI5 "spezifische Hinweise" vorlagen, wonach laut "Sunday Times" "bei der Adresse in Forest Gate eine einzelne, an der Oberfläche mit Zyanid versehene Bombe vorbereitet wurde".

Hinweise auf die Planung eines Anschlags mit Hilfe einer solchen Bombe habe ein Bekannter der beiden bei dem Sturmangriff festgenommenen Männer aus Bangladesch geliefert. Er habe angegeben, ein Gespräch der Verdächtigen belauscht zu haben. Dabei sei es darum gegangen, wie sie ein Behältnis mit Explosivstoffen füllen würden. Später seien Hinweise darauf hinzu gekommen, dass der Sprengkörper mit Zyanid umgeben werden sollte, wodurch im Falle einer Explosion eine "toxischen Wolke" über einem größeren Gebiet erzeugt worden wäre. (APA/dpa)

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