Zwölf tote Flüchtlinge im Mittelmeer gefunden

9. Juni 2006, 14:06
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In den Netzen von Fischerbooten vor Lampedusa und Sizilien verfangen

Rom - Die Leichen von zwölf vermutlich aus Nordafrika kommenden Flüchtlingen sind im Meer in der Nähe der süditalienischen Inseln Sizilien und Lampedusa gefunden worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten sich die Toten am Donnerstag in den Netzen eines italienischen und eines spanischen Fischerbootes verfangen, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Wahrscheinlich sei ein voll besetztes Flüchtlingsboot in hoher See gekentert, hieß es. Wie viele Einwanderer bei dem Unglück im Mittelmeer ums Leben gekommen sind, war unklar.

Besatzung in Libyen festgehalten

Da sich das italienische Boot in internationalen Gewässern befunden habe, seien die Fischer angewiesen worden, den Hafen Misurata in Libyen anzulaufen. Dort wollten die libyschen Behörden den genauen Hergang des Unglücks überprüfen, hieß es. Jedoch war unklar, warum die Polizei die Besatzung des Bootes so lange festhielt. "Wir sind jetzt seit drei Tagen in dem Hafen blockiert und wissen nicht warum", sagte der Kapitän des Bootes.

Erst am Samstag waren 15 Flüchtlinge vor der Küste Maltas ertrunken, nachdem ihr Boot in schwerer See gekentert war. Neun Passagiere wurden von der Besatzung eines herbei geeilten Tankers gerettet und nach Malta gebracht, berichteten die Behörden der Mittelmeerinsel. (APA/dpa)

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