Oberösterreich: Baby kam nach Bauchhöhlen-Schwangerschaft gesund zur Welt

3. Juni 2006, 19:10
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Junge Mutter bemerkte Schwangerschaft nicht - Chance, dass Kind und Mutter überleben, liegt normalerweise bei unter 1:1.000.000

Linz - Eine junge Oberösterreicherin hat am Freitag in der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Die 26-Jährige hatte von ihrer Schwangerschaft bis dahin gar nichts bemerkt. Weil sie starke Bauchschmerzen hatte, ging sie ins Spital. Erst dort entdeckte man, dass sie etwa in der 35. Woche war.

Auf Grund starker Schmerzen im Unterbauch wurde die Frau am Freitag in die Landes-Frauen- und Kinderklinik eingeliefert. Dort entdeckten die Ärzte bei einer Ultraschall-Untersuchung, dass die 26-Jährige ungefähr in der 34. bis 35. Woche schwanger sein musste. Die Oberösterreicherin hatte bis dahin nichts von einer Schwangerschaft gewusst. Da die Frau eine starke Entzündung hatte, entschloss man sich zu einem Kaiserschnitt. Erst dabei entdeckten die operierenden Ärzte Dr. Gernot Tews und Dr. Wolfgang Arzt, dass es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft handelte. Das Baby befand sich zwischen Darm und Wirbelsäule. Dort hatte sich nach der Befruchtung das Ei eingenistet und seine Plazenta gebildet.

Mutter und Säugling wohlauf Das Mädchen konnte gesund auf die Welt geholt werden. Es wog bei der Geburt 2.420 Gramm und ist wohlauf, berichtete Dr. Gernot Tews. Schwierig sei die Entfernung der Nachgeburt gewesen, da diese mit dem Darm und dem umliegenden Gewebe verwachsen war. Die 26-Jährige sei in akuter Lebensgefahr gewesen und habe 19 Blutkonserven gebraucht. Insgesamt waren zehn Ärzte an der Operation beteiligt. Die Oberösterreicherin habe den Eingriff aber gut überstanden und befinde sich derzeit noch auf der Intensivstation. Diese werde sie vermutlich noch am Wochenende verlassen können.

Es sei ein Wunder, dass Mutter und Kind überlebt hätten, schilderte Tews. Normalerweise werde eine Bauchhöhlenschwangerschaft bereits in der achten Schwangerschaftwoche bei einer Ultraschalluntersuchung bemerkt und anschließend operativ beendet, so Tews. Die Chance, dass ein Kind außerhalb der Gebärmutter im Bauch zu einem überlebensfähigen Wesen heranwachsen könne, und dass Mutter und Kind die Schwangerschaft überleben, sei unter eins zu einer Million. Zum letzten Mal habe es in Oberösterreich vor etwa 40 Jahren einen ähnlichen Fall gegeben, sagte Tews. Damals sei das Baby jedoch gestorben. (APA)

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