Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern in die Freiheit entlassen

12. Juni 2006, 11:57
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Nachwuchs kann noch nicht fliegen - Erwachsene Tiere haben drei Meter Spannweite

Klagenfurt - Zwei junge Bartgeier sind am Samstagnachmittag im Nationalpark Hohe Tauern in die Freiheit entlassen worden. Die drei Monate alten Vögel können noch nicht fliegen, genau das sollen sie im Seebachtal bei Mallnitz (Bezirk Spittal/Drau) jetzt lernen. Die Wiederansiedlung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Nationalparks mit dem WWF, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und des Eulen- und Greifvogelschutzvereins Österreich.

In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Exemplare des riesigen Greifvogels - ein erwachsenes Tier hat drei Meter Flügelspannweite - ausgewildert. Bisher haben die wieder angesiedelten Bartgeier aber noch keinen Nachwuchs produziert. Die beiden Jungtiere sind in Gefangenschaft geschlüpft, einer stammt aus der niederösterreichischen Greifvogelstation Haringsee, der zweite kommt aus dem Schweizer Wildpark Goldau.

Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet

Die Aasfresser wurden Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet, man glaubte, sie würden Lämmer, ja sogar kleine Kinder, töten. Daher hießen sie früher auch Lämmergeier. In Wahrheit ernähren sich Bartgeier ausschließlich von Aas. In den vergangenen 20 Jahren haben sich zahlreiche Vereine und Organisationen um die Wiedereinbürgerung der Bartgeier bemüht. Die am Samstag ausgesetzten Vögel sind etwa einen Meter groß, in den kommenden Wochen sollen sie flügge werden. Seit 1986 wurden in den Alpen mehr als 140 der imposanten Tiere freigelassen, 43 davon in Österreich. (APA)

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    Zur 20-Jahr-Feier der Bartgeierwiederansiedlung in Österreich wurden am Samstag zwei junge Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern freigelassen.

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