Bayer will nicht für Pfizer-Sparte bieten

5. Juli 2006, 08:56
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"Planen nicht, ein Gebot abzugeben"

Frankfurt - Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer will Branchenkreisen zufolge derzeit nicht für das Geschäft mit frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten des US-Rivalen Pfizer bieten. "Sie haben die Unterlagen erhalten, aber planen nicht, ein Gebot abzugeben", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus der Branche am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Bayer habe gegenwärtig alle Hände voll mit seiner 16,5 Milliarden Euro teuren Übernahmeofferte für den Berliner Konkurrenten Schering zu tun. Ein Bayer-Sprecher wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Die Frist für endgültige Offerten endet am Dienstag.

Die zum Verkauf stehende OTC-Sparte von Pfizer umfasst frei verkäufliche Produkte wie die Mundpflegemarke Listerine und hat im vergangene Jahr rund 3,9 Milliarden Dollar (3,04 Mrd. Euro) umgesetzt. In mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hatte es geheißen, dass der britische Pharmariese GlaxoSmithKline (GSK) mehr als 15 Milliarden Dollar für das Geschäft bieten wolle. Ob Glaxo damit alle anderen Gebote ausstechen kann, ist aber noch unklar. Neben Glaxo haben Branchenkreisen zufolge Johnson & Johnson und der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser die besten Chancen.

Bayer hatte wiederholt erklärt, im OTC-Segment ("over the counter") zu den weltweit führenden Unternehmen gehören zu wollen. Daher war damit gerechnet worden, dass sich Bayer bei Pfizer alle Optionen offen halten werde. 2004 hatte Bayer das OTC-Geschäft des Schweizer Pharmakonzerns Roche gekauft. Im vergangenen Jahr waren die Leverkusener aber im Rennen um das OTC-Geschäft der britischen Drogeriekette Boots leer ausgegangen. Reckitt Benckiser bekam letztendlich den Zuschlag. (APA/Reuters)

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