Solana mahnt Teheran: Neues Angebot im Atomstreit nicht ablehnen

3. Juni 2006, 11:49
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EU-Außenbeauftragter: Sonst wäre dies der Beweis, dass der Iran Atomwaffen will - Hilfsangebot im Energiesektor

Berlin - Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Javier Solana, hat dem Iran "erheblichen Druck" angedroht, falls das Land im Atomstreit das Angebot der fünf Vetomächte und Deutschlands ablehnen sollte. "Iran wird dann unter erheblichen Druck kommen und wir werden die entsprechenden Maßnahmen ergreifen", kündigte Solana in der Zeitung "Die Welt" (Samstag) an. "Wenn die iranische Führung das neue Angebot zurückweisen sollte, wäre das ein klarer Beweis, dass sie nicht Energie wollen, sondern Nuklearwaffen. Das wäre ein gewaltiger Fehler", betonte Solana.

"Bereit zu helfen"

Der EU-Chefdiplomat sagte, er sei nicht sicher, ob die iranische Regierung das Angebot annehmen werde. "Wir haben jedenfalls ein großzügiges und substanzielles Angebot geschnürt. Es soll dem iranischen Volk, aber auch der ganzen Welt zeigen, dass wir dem Iran helfen wollen, das zu bekommen, was sie haben wollen: Elektrizität, produziert von Nuklearanlagen." Zum konkreten Inhalt des Angebots sagte Solana: "Wir sind bereit, den Iran bei der Bewältigung seiner Energieprobleme zu unterstützen. Wir sind auch bereit, den Iranern zu helfen, die Wirtschaft zu modernisieren und eine positive Rolle in der Region zu spielen." (APA/dpa)

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