Mindestens elf Tote bei neuen Kämpfen

6. Juni 2006, 14:49
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Rund 5.000 Moslems demonstrieren gegen USA

Mogadischu - Bei neuen Kämpfen nördlich von Mogadischu sind am Freitag mindestens elf Menschen getötet worden. In der 30 Kilometer nördlich der somalischen Hauptstadt gelegenen Stadt Balad hätten Kämpfer der von den USA unterstützten Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen den Terrorismus (ARPCT) eine offenbar zu islamistischen Rebellen übergelaufene Gruppe angegriffen, sagten Augenzeugen.

Seit Beginn der Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt vor drei Monaten wurden fast 330 Menschen getötet und mehr als 1.500 weitere verletzt. In Mogadischu protestierten rund 5.000 Moslems gegen die USA. In Sprechchören schworen sie, für Somalia und den Islam zu kämpfen und zu sterben. US-Präsident George W. Bush bezeichneten sie als "Nazis".

In dem Land am Horn von Afrika herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Clanchefs stürzten damals den Diktator Mohammed Siad Barre. Seitdem gibt es keine funktionierende Zentralgewalt mehr. Das vor rund eineinhalb Jahren ins Leben gerufene Übergangsparlament, der Präsident und die Regierung besitzen keine Autorität. (APA)

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