Neue Therapie gegen chronische Polyarthritis

22. Jänner 2007, 16:47
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Genentech-Antikörper ursprünglich für die Behandlung von Lymphomen entwickelt - jetzt auch bei Gelenksrheuma erfolgreich im Einsatz

Basel/Brüssel - Ein neues Medikament gegen die chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis - "Gelenksrheuma") mit monoklonalen Antikörpern als Wirkstoff, erhält in Europa die Zulassungsempfehlung. Das gab der Schweizer Pharmakonzern Roche, Mehrheitseigentümer von Genentech bekannt.

Wirkung auf B-Zellen

Die B-Zellen im Blut spielen in der Entzündungskaskade, welche letztlich zu den für rheumatoide Arthritis typischen Knochen- und Knorpelschäden in den Gelenken führt, eine wichtige Rolle. Ursprünglich wurde das Arzneimittel zur Therapie von B-Zell-Lymphomen entwickelt und wird dort erfolgreich eingesetzt. Erst später stellte sich auch ein Effekt bei der Polyarthritis heraus.

Medikament unterbricht Autoimmunprozess

Das Medikamt MabThera wirkt selektiv auf eine Untergruppe von B-Zellen, die das Protein CD20 produzieren, während es Stammzellen, Pro-B-Zellen sowie Plasmazellen unbeeinflusst lässt. Diese Untergruppe von B-Zellen spielt im Autoimmunprozess der RA (rheumatoide Arthritis) eine zentrale Rolle; MabThera wirkt auf eine Unterbrechung dieses Prozesses hin, indem es eine Abfolge von Reaktionen hemmt, die zur Entzündung der Gelenkinnenhaut und schließlich zu dem für diese Krankheit typischen Knorpelschwund und Knochenabbau führen.

Einer der leitenden Ärzte , Univ.-Prof. Dr. Paul Emery von der Universität Leeds (Großbritannien), erklärte dazu: "Das ist ein wichtiger Moment, denn das Medikament kann das Leben all jener Menschen erheblich zu verbessern, die in Europa an rheumatoider Arthritis leiden und mit den bestehenden Medikamenten nicht genügend behandelt werden können oder diese schlecht vertragen."

Rheumatoide Arthritis<>

Die RA ist eine der weitest verbreiteten Autoimmunkrankheiten. An ihr leiden weltweit mehr als 21 Millionen Menschen, wovon knapp zwei Millionen in Europa leben. In den Studien zur Zulassung des Medikaments zur Behandlung der chronischen Polyarthritis zeigte sich bei 51 Prozent der schwer kranken Patienten eine Verbesserung der Symptome um zumindest 20 Prozent. Mit dem Begleitmedikament Methotrexat war war nur bei 18 Prozent der Fall. Eine Verbesserung um 50 Prozent trat bei 27 Prozent der Patienten und eine um 70 Prozent bei zwölf Prozent der Kranken ein. (APA)

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    Ebenfalls neu: Für knapp drei Minuten bei rund minus 110 Grad Celsius in die Kältetherapiekammer um den Schmerz einzuschränken und die Beweglichkeit zu verbessern.

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