Renaissancetheater: Miranda im Spiegelland

2. Juni 2006, 20:11
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Einsichtstraining in der Spiegeldimension - mit schillernden Figuren

Im Reich großherziger Kinderfantasien wird Hochmut zwar unkonventionell aber doch rigide abgestraft. Mit dem Feingefühl einer Jungdiktatorin hat Miranda (Silvia Meisterle) alle Begeisterung für ihre beste Freundin Tina (Christina Schaefer) auf ihr eigenes Spiegelbild umgeleitet. Da kann man verstehen, dass letzteres den Dienst quittiert und sich ins Hinterland der Spiegelwelt vertschüsst. Miranda im Spiegelland im Renaissancetheater lädt sein junges Publikum ein, Miranda auf ihrer Suche nach der gutmütigeren Selbstreflexion zu unterstützen.

Farbenfroh

Autor Alan Ayckbourn hat dafür ein fantasievolles Universum mit verspiegelter Sprache geschaffen, das die Protagonistin langsam von sämtlichen Marotten entwöhnt. Weil bei der fremden Logik Köpfe jeden Alters ordentlich heißlaufen können, gibt’s mit Uwe Achilles eine farbenfrohe Erzählerfigur, die ihre Zuschauer vielseitig ans Geschehen bindet. Geschickt versteckt Folke Brabands Regie allzu pädagogische Momente hinter schillernder Figurenzeichnung. Anschauliches Fazit: Noch in der U-Bahn wird den Großen händeringend auf die Sprünge geholfen. Ab sechs Jahren. (pet, DER STANDARD Printausgabe, 03./04./05.06.2006)

Theater der Jugend/
Renaissancetheater,
7., Neubaugasse 36,
Karten: (01) 512 10-0.
Bis 29. 6.
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