Die kaiserlichen Tipps sind aktuell

4. Juni 2006, 13:27
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Traberderby in der Krieau mit zwei Favoritinnen und einem Favoriten

Wien - Unter alten Turf-Habitués gibt es eine Geschichte, die zumindest gut erfunden ist: Wenn Kaiser Franz Joseph Pferderennen besuchte, habe er immer die Nummern 1-2-3 gesetzt. Diese kaiserliche Dreierwette (obwohl es diese Wett-art damals sicher noch nicht gab) als Kombination könnte sich diesmal als Erfolgsrezept im Traberderby (Sonntag, Wiener Krieau, 72.675 Euro, 2300 Meter) erweisen. Die durchwegs imponierenden Sieger der Vorläufe, nämlich die Stuten Shaina (1, Trainer und Fahrer Wolfgang Ruth) und La Traviata (2, Conrad Lugauer) sowie der Hengst Taifun (3, Josef Franzl) starten von den innersten Plätzen im Zwölferfeld. Alle drei Pferde scheinen gleich stark zu sein. Umso mehr wird es auf die Taktik der Fahrer ankommen.

La Traviata und Taifun sind schnelle Starter, wollen zumeist die Spitze im Rennen haben, während Shaina eher vorsichtig weggeht und am Schluss ihre Speed-Qualitäten ausspielt, was ihre Derby-Qualifikation sehr spannend machte, denn bis in den letzten Bogen war Ruth mit seiner Stute in innerer Lage blockiert, ehe er 200 Meter vor dem Ziel eine Lücke fand und Shaina sich mit einem starken Spurt doch noch um komfor table fünf Längen absetzte.

La Traviata hatte ebenfalls einige Widrigkeiten zu überwinden. Mitbesitzer Helmut Guber: "Sie war damals rossig, außerdem ging der Wagen kurz vor dem Start kaputt. Der alte Ersatzwagen passte ihr nicht recht, aber trotzdem hat sie sicher gewonnen."Über die Taktik möchte er keine Zweifel lassen: "Mit der Führung haben wir das geringste Risiko, da müssen sich die anderen nach uns richten."

Für Ruth, den der Standard beim Abschlusstraining über ruhige sechs Kilometer erreichte, kein Problem: "Shaina ist eine Sprinterin. Ich muss versuchen, ihr den Speed aufzuheben."Mehr Probleme hätte sie mit regennasser Piste. "Sie mag eine harte Bahn, die kommt ihrem schönen Gang entgegen."Franzl, der seinen Taifun vorsichtig aufgebaut hat ("Er war immer im Wachsen, da mussten wir ihm Zeit lassen."), will sich keine Taktik zurechtlegen: "Die ergibt sich daraus, was die Gegner machen. Ich muss im Rennen entscheiden."Also fast wie in einem Kinderquiz: 1, 2 oder 3? Die Lösung folgt am Sonntag in der Krieau. (Nikolaus Dolenz, DER STANDARD Printausgabe 3. Juni 2006)

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