Regulatoren verstärken Druck auf Gasfirmen

22. Juni 2006, 18:49
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Wettbewerbshürden sollen beseitigt werden - Zunächst in einer "Pilotregion im Südosten der Union, zu der auch Österreich zählt

Wien - Die in den vergangenen Jahren schrittweise liberalisierten Gasmärkte in Europa funktionieren nach Ansicht der Wettbewerbshüter eher schlecht als recht; nun erhöhen die Regulatoren den Druck, dass sich das ändert.

Stellvertretend für andere Regionen sollen zunächst im Südosten der Union Hindernisse aufgezeigt werden, die den grenzüberschreitenden Wettbewerb behindern. Zu dieser Pilotregion gehört auch Österreich. Durch Zusammenarbeit der Regulatoren in Österreich, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Italien sowie Polen und Griechenland sollen Hürden abgebaut und ein einheitlicher regionaler Gasmarkt geschaffen werden.

Wichtige Transitregion

"Die Initiative der Regulatoren deckt sich auch mit der Wettbewerbs- und Versorgungssicherheitspolitik der Europäischen Kommission, die ja bereits mehrmals die Notwendigkeit zur raschen Entwicklung regionaler Energiemärkte betont hat", heißt es in einer Mitteilung der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control vom Freitag.

Dass gerade diese Region als Erstes unter die Lupe genommen wird, kommt nicht von ungefähr. Fast die Hälfte des europäischen Gastransits geht durch die Länder der Süd-Südost-Region. "Das bedeutet, dass ein funktionierender Gas-Binnenmarkt nur dann entstehen kann, wenn grenzüberschreitende Gastransporte auf regionaler Ebene effizient organisiert sind", sagte der Geschäftsführer der Energie-Control, Walter Boltz. Dieser hat gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Alessandro Ortis den Vorsitz dieser Initiative inne.

Wichtiger Gasmarkt

Die Südost-Region ist auch ein wichtiger Gasmarkt mit einem Verbrauch von knapp 140 Mrd. m3 im Jahr, was etwa 28 Prozent des Gesamtverbrauchs in der EU entspricht. Fast 100 Prozent der europäischen Gasimporte aus Russland werden durch diese Region transportiert. Die Initiative "Südost" wird von der italienischen und österreichischen Regulierungsbehörde angeführt. (stro, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3./4./5.6.2006)

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