Moskau: Keine Drohungen mit Militärschlag

6. Juni 2006, 13:38
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Lawrow: "Alle Vereinbarungen des Treffens nehmen den Einsatz militärischer Gewalt aus"

Moskau/Peking - Das von den fünf UN-Vetomächten vorgelegte Angebotspaket an den Iran zur Abkehr von seinem Atomprogramm schließt nach russischer Darstellung die Androhung eines Militärschlags aus. "Ich kann ganz eindeutig sagen, dass alle Vereinbarungen des Treffens gestern den Einsatz militärischer Gewalt ausnehmen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag der Nachrichtenagentur RIA nach seiner Rückkehr von Wien nach Moskau.

Lawrow sagte, dem Iran sei keine eindeutige Frist gesetzt worden, um auf die Offerte zu reagieren, die die fünf Ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland bei ihrem Treffen in Wien am Donnerstagabend unterbreitet hatten. Er gehe jedoch davon aus, dass der Zeitrahmen mehrere Wochen umfassen werde. Sollte der Iran die Vorschläge ablehnen, könnten die Veto-Staaten die Beratungen über eine Iran-Resolution im Sicherheitsrat wieder aufnehmen. In einer Resolution werde es jedoch keinen Aufruf zu Sanktionen geben, meinte Lawrow. Die ständigen Sicherheitsratsmitglieder Russland und China wollen Sanktionen gegen den Iran bislang nicht mittragen.

US-Präsident George W. Bush und Chinas Präsident Hu Jintao haben in den diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran miteinander telefoniert. China wolle eine konstruktive Rolle spielen, damit die Gespräche mit dem Iran wieder aufgenommen würden, sagte Hu. (Reuters, APA/DER SSTANDARD, Printausgabe, 3.6.2006)

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