Wursteln um die Praterplanung

5. Juni 2006, 19:15
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Kritik an Flächenwidmung - Masterplan-Präsentation am 12. Juni

Wien - Es geht wieder einmal rund in Sachen Prater: Kommenden Mittwoch, am 7. Juni, soll der neue Flächenwidmungsplan für den Wurstelprater im Planungsausschuss des Gemeinderates beschlossen werden. Dieser ermöglicht im wesentlichen eine flexiblere Gestaltung der Wege, höhere Gebäude und die Errichtung von Parkhäusern. Was für heftige Kritik von Grünen und ÖVP sorgte, da der seit langem versprochene Masterplan für den "Prater neu" noch nicht präsentiert wurde. Beide Parteien fordern deshalb die Absetzung des Themas von der Tagesordnung, solange die Gestaltungspläne des französischen Themenparkexperten Emmanuel Mongon nicht vorliegen.

Geheimnis wird gelüftet

Drei Jahre nach dem 1,5 Millionen-Euro-Engagement von Mongon gibt es nun immerhin einen Termin für die Lüftung des mittlerweile sagenumwobenen Masterplan-Geheimnisses: Am 12. Juni, kurz nach der Behandlung im Ausschuss und kurz vor der geplanten Beschlussfassung im Gemeinderat am 28. Juni wird der Masterplan der Öffentlichkeit präsentiert, wie Vizebürgermeisterin Grete Laska ankündigte.

Der Masterplan, in dem "Visionen und Varianten für die Zukunft" festgeschrieben seien, sei etwas "völlig anderes" als die neue Flächenwidmung, die rechtliche Rahmenbedingungen abstecke, und ohnehin erneuert werden müsse, wird im Büro Laska betont. Für die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner ist das Vorgehen der Stadtregierung dennoch "demokratiepolitisch höchst bedenklich", da der Flächenwidmungsplan entgegen der üblichen Vorgangsweise zuerst im Planungsausschuss beschlossen und erst dann im Bezirk behandelt und den Praterunternehmern vorgestellt werde.

"Es hat Kompromisse gegeben," verweist man im Büro der Vizebürgermeisterin darauf, dass viele Stellungnahmen in die Flächenwidmung eingeflossen seinen. Für die Grünen ist das zu wenig: Trotz "eklatanter Schwächen" und mehr als 800 Einsprüchen, die sich laut Grentner großteils auf die Parkhäuser und die Wegeführung beziehen, sei der Entwurf nur geringfügig verändert worden. "Das zeigt wieder einmal die eingeschränkten Möglichkeiten, die man als Bürger hat," beklagt Gretner.

Pächter entscheiden

"Es kann nicht sein, dass man über die Köpfe der Bevölkerung und der betroffenen Praterunternehmer hinweg eine Flächenwidmung absegnet, die den derzeitigen Charakter des Praters vollkommen verändern würde," vermutet VP-Planungssprecher Alfred Hoch eine "Verschleierungstaktik" der SP-Stadtregierung.

Es werde niemand übergangen, betont man hingegen im Büro Laska, wo man die Kritik "nicht nachvollziehen" kann. Die Praterunternehmer könnten weiterhin selbst entscheiden, wie sie ihre Grundstücke gestalten. Man kann also gespannt sein, wie sich Mongons Pläne mit denen der Pächter vereinbaren lassen. (kri, DER STANDARD Printausgabe, 03.06.2006)

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